Im "Krieg der Medien" starben schon 10 Journalisten
- Dramatischer Hilferuf von 25 Journalisten aus Bagdad
- BILDER: Kampf in Bagdad, Saddam zeigt sich dem Volk, ...

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Der Saddam Inter- national Airport
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Die Fernsehzuschauer haben sich daran gewöhnt, von Journalisten hautnah über das Kriegsgeschehen im Irak informiert zu werden. Aber die Reporter riskieren bei diesem Einsatz ihr Leben. Nach einer Übersicht von "Reporter ohne Grenzen" wurden in den knapp drei Wochen seit Kriegsbeginn am 20. März bis zum Dienstag 10 Kriegsberichterstatter getötet. Zuletzt traf es zwei Kameramänner am Dienstag in Bagdad (siehe Kasten rechts!). Eine Journalistengruppe in Bagdad setzte daher nun einen dramatischen Hilferuf ab!
Bereits am 22. März kam der australische Kameramann Paul Moran (39) bei einem Selbstmordanschlag im Nord-Irak ums Leben. Einen Tag später wurde der britische Kriegsreporter Terry Lloyd (50) bei Basra durch Beschuss von Alliierten getötet, die ihn und seine Begleiter für Iraker hielten. In Kurdistan kamen am 2. und 6. April die BBC-Mitarbeiter Kaveh Golestan und Kamaran Abdurazaq Muhamed ums Leben.
"Eingebettete" Journalisten besonders gefährdet
Als erster US-Korrespondent, der an dem "Embedding"-Programm der amerikanischen Streitkräfte teilnahm, starb Michael Kelly am 4. April bei einem Unglück mit einem Militärfahrzeug. Kelly war Kolumnist für die "Washington Post" und zugleich Chefredakteur der Zeitschrift "Atlantic Monthly".
Ebenfalls "eingebettet" in die US-Streitkräfte waren der deutsche "Focus"-Reporter Christian Liebig (35) und sein spanischer Kollege Julio Anguita Parrado (32) von der Zeitung "El Mundo". Beide wurden am Montag (7. April) in der Nähe von Bagdad bei einem irakischen Raketenangriff getötet. Sie hatten sich entschlossen, nicht mit anderen Kollegen ein Kommando ins Zentrum der Haupstadt zu begleiten. Ihre Einschätzung, es sei sicherer, im Hauptquartier zu bleiben, wurde ihnen zum Verhängnis.
Bei einem Angriff auf die Gebäude von zwei arabischen Fernsehsendern in Bagdad wurde am Dienstagmorgen (8. April) ein Reporter des Nachrichtensenders Al Jazeera getötet. Der jordanische Korrespondent Tarik Ajoub, der erst drei Tage zuvor in Bagdad eingetroffen war, hatte auf dem Dach des Hauses gestanden, als eine Rakete einschlug. Reporter des Senders warfen den USA vor, den Sender wegen seiner "unabhängigen Berichterstattung" beschossen zu haben.
Im vergangenen Jahr zählte das Internationale Presse-Institut (IPI) in Wien weltweit insgesamt 54 getötete Journalisten, darunter allein 15 in Kolumbien.
Dramatischer Hilferuf aus Bagdad
Eine Gruppe von 25 Journalisten und Technikern hat angesichts des anhaltenden Beschusses einen dramatischen Notruf aus Bagdad abgesetzt. "Wir sind in einem Kampfgebiet eingeschlossen", meldete der Korrespondent des arabischen Fernsehsenders Abu Dhabi TV, Shaker Hamed, am Dienstag aus der irakischen Hauptstadt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz müsse dringend für die Evakuierung der Gruppe aus dem Korrespondentenbüro des Senders sorgen.
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