"Focus"-Redakteur bei Bagdad ums Leben gekommen
- Zusammen mit spanischem Kollegen bei irakischem Angriff
Bei einem irakischen Raketenangriff südlich von Bagdad ist ein Reporter des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" ums Leben gekommen. Dies bestätigte ein Sprecher der Zeitschrift in München. Der 35-jährige Journalist Christian Liebig hatte amerikanische Truppen auf ihrem Vormarsch von Kuwait bis zu den Außenbezirken der irakischen Hauptstadt begleitet.
Bei dem Angriff auf Stellungen der 2. Brigade der 3. US-Infanteriedivision wurden nach US-Militärangaben auch ein spanischer Journalist sowie zwei US-Soldaten getötet. 15 Soldaten wurden verletzt.
Die Journalisten begleiteten als "embedded correspondents" die US-Truppen auf ihrem Vormarsch nach Norden. Soldaten der 2. Brigade waren am Montagmorgen in die Innenstadt von Bagdad vorgestoßen und in den Hauptpräsidentenpalast von Saddam Hussein eingedrungen. "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort und die Redaktion des Magazins zeigten sich "erschüttert und tief traurig". Nach Markworts Worten hatte sich Liebig am Sonntagabend aus Sicherheitsgründen entschieden, nicht mit den anderen Journalisten zusammen ein Kommandos ins Zentrum von Bagdad zu begleiten, sondern im Hauptquartier der 3. Infateriedivision zu bleiben.
Der in Offenbach am Main geborene Liebig gehörte der Auslandsredaktion des "Focus" seit 1999 an. Zuvor war er dreieinhalb Jahre Redakteur der Nachrichtenagentur AP. Bei dem spanischen Journalisten handelt es sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Madrid um Julio Anguita Parrado von der Zeitung "El Mundo". Der 32-Jährige war der Sohn des ehemaligen Parteichefs der Vereinigten Linken, Julio Anguita. Der Reporter war früher Korrespondent in New York und berichtete für "El Mundo" über die Terroranschläge vom 11. September. Seit Beginn des Krieges am 20. März sind bisher acht Journalisten ums Leben gekommen und vier verletzt worden. Zwei Kriegsberichterstatter gelten als vermisst.
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