Montag, 7. April 2003

Lage im Irak verschlechtert sich immer deutlicher

  • UNICEF: Lage der irakischen Kinder immer schlechter
  • Rotes Kreuz besorgt über humanitäre Lage im Irak

Internationale Hilfsorganisationen schlagen erneut Alarm! Die humanitäre Lage im Irak wird zusehends schlechter. Vor allem die Kinder leiden unter den Dauerbombardements und der schlechten Versorgungslage, so UNICEF.

Am Weltgesundheitstag Montag wies UNICEF verstärkt auf die dramatische Lage der Kinder im Irak hin. "Sie sind täglich mit einem Alptraum konfrontiert", so eine Aussendung des UN-Kinderhilfswerks. Die Kinder leben UNICEF zufolge in Städten, wo stündlich 100 Verletzte in die Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Schulen sind geschlossen und der Schlaf wird jede Nacht durch Bomben und Gewehrschüsse gestört.

UNICEF ist nicht nur zutiefst besorgt über die Situation der Kinder, sondern auch aktiv vor Ort tätig. Seit vegangener Woche konnten insgesamt 24 Lkw in den Irak geschickt werden, zwei von der Türkei, 22 von Kuwait aus. Die Hilfsgüter für den Südirak bestanden vor allem aus Erste-Hilfe-Sets, Trinkwasser und Mittel gegen Durchfall und Austrocknung. Die Lkw für den Norden hatten therapeutische Milch und Tabletten zur Wasseraufbereitung geladen.

Rotes Kreuz: Hilfsteams in Gefahr
Das Rote Kreuz hat sich am Montag ebenfalls äußerst besorgt über die humanitäre Lage im Irak gezeigt. Auf Grund der Kämpfe sei es mittlerweile zu gefährlich für die Teams der Hilfsorganisation, ihre Arbeit in Bagdad, Basra und in Nordirak zu verrichten, sagte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, in einem am Montag veröffentlichten Interview der französischen Zeitung "Les Echos". Kellenberger beschrieb die humanitäre Situation im Irak als "außerordentlich prekär"

Das IKRK erwarte, dass sich die Situation jedoch noch weiter verschlechtere. Der Präsident der letzten im Irak verbliebenen Hilfsorganisation sagte, dass in den vergangenen Tagen noch Trinkwasser und Decken verteilt werden konnten sowie Wasserleitungen und Stromgeneratoren repariert wurden. Der Mangel an Frischwasser und an Elektrizität betreffe nun aber immer größere Bevölkerungsgruppen.

7.4.2003 15:34