US-Präsenz im Nachkriegsirak 'mindestens' 6 Monate
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Die USA werden nach Ansicht des stellvertretenden Verteidigungsministers Paul Wolfowitz vermutlich noch mindestens sechs Monate nach Kriegsende im Irak bleiben. Früher werde es kaum möglich sein, eine neue irakische Regierung aufzustellen, sagte Wolfowitz am Sonntagabend dem Fernsehsender Fox News. Bis dahin sollte die Kriegskoalition das Land verwalten, und diese Phase könnte durchaus noch länger dauern als ein halbes Jahr.
Wolfowitz wandte sich damit gegen eine Verwaltungsübernahme seitens der Vereinten Nationen. Man wünsche keine permanente internationale Lösung für den Irak, betonte er. Der Vorsitzende des verteidigungspolitischen Ausschusses im Senat, John Warner, stimmte dem zu. Man habe aus den Fehlern des Balkan-Konflikts gelernt. Dort hätten die UNO-Verwalter die Lage nach zwölf Jahren immer noch nicht im Griff, sagte Warner dem Fernsehsender ABC.
In der Frage der Nachkriegsverwaltung des Irak könnte sich ein Konflikt zwischen den USA und Großbritannien auftun. Der britische Premierminister Tony Blair befürwortet eine starke Rolle der Vereinten Nationen, zumindest für eine Übergangszeit. Blair und US-Präsident George W. Bush wollten hierüber am Montagabend und am Dienstag auf Schloss Hillsborough bei Belfast beraten. Übereinstimmung besteht dem Vernehmen nach in der Absicht, so schnell wie möglich die Bildung einer neuen irakischen Regierung voranzutreiben.
Zu diesem Zweck ebenso wie zum Wiederaufbau der irakischen Streitkräfte wurden nach Angaben des Irakischen Nationalkongresses, dem Verband der Exiliraker, schon mehrere hundert seiner Kämpfer in die Gegend von Nassiriyah eingeflogen. Nach amerikanischer Vorstellung sollen aber auch die im Lande verbliebenen Opfer des Regimes von Saddam Hussein an der neuen Regierung beteiligt werden. Diese müsse allein von den Irakern bestimmt werden, betonte Wolfowitz. Warner fügte hinzu, dass auch die Ölindustrie des Landes binnen kürzester Zeit von Irakern kontrolliert werden solle.
Auch der kuwaitische Außenminister Sheikh Mohammed el Sabah plädierte für die Übergabe der Verwaltung an eine neue irakische Regierung zum frühest möglichen Zeitpunkt. Jede Verzögerung könnte in der Region neue Probleme schaffen, warnte er bei einem Besuch in Peking.
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