Bei Unfall von Schulbus in Griechenland 21 Tote
- Alle Opfer sind 15-jährige Schüler
- Trauerglocken in Griechenland

Die Glocken der Kirchen in der Umgebung der nordgriechischen Kleinstadt Veria läuteten am Montag Trauer. Bei einem schweren Bus-Unfall waren am Sonntag 21 Schüler aus der Region getötet worden. Die meisten der 15-Jährigen stammten aus dem Dorf Makryhori. "Fast alle Kinder, die im Jahr 1987 in unserem Dorf geboren wurden, sind nicht mehr am Leben. Jetzt beerdigen wir ein Kind nach dem anderen", sagte der Bürgermeister des Dorfes im Radio.
Die Schüler waren nach einem dreitägigen Ausflug von Athen auf dem Heimweg in ihr Dorf. Wie die griechische Polizei berichtete, sind bei diesem bisher grausigsten Unfall in der Geschichte des Landes weitere 32 Menschen - 24 Kinder und sieben Erwachsene- zum Teil schwer verletzt worden.
Der Unfall geschah nach Polizeiangaben, als ein Lastwagen mit Anhänger Holzplatten aus seiner Ladung verlor. Die bis zu 300 Kilo schweren Platten prallten auf den entgegenkommenden Schülerbus seitlich in Fensterhöhe auf. Einige Kinder wurden durch die scharfen Kanten der Pressplatten enthauptet. Die Identifizierung der sterblichen Überreste der Kinder durch die verstörten und erschütterten Verwandten dauerte mehrere Stunden, berichtete der griechische Rundfunk.
Aus Respekt vor dem Schmerz der Eltern wurden von griechischen Fernsehsendern keine Bilder von ihrer Ankunft in den Krankenhäusern gezeigt, in denen die Leichen der Kinder lagen. "Es ist eine Tragödie", sagte der griechische Erziehungsminister im Radio. Er ordnete an, dass die Schulen in und um Veria am Montag und Dienstag geschlossen bleiben.
Auch Polizeibeamte und Augenzeugen waren entsetzt: "Die Holzplatten wirkten wie Sicheln. Die auf der linken Seite des Busses sitzenden Kinder hatten keine Chance. Sie (die linke Busseite) wurde vollständig eingedrückt", sagten Polizeibeamte. "Wir haben nicht verstanden, was geschehen ist. Die anderen Kinder schrien um Hilfe. Wir konnten nichts machen", sagte einer der wenigen Schüler, die den Unfall unverletzt überlebten.
Die Tragödie ereignete sich in der Nähe des Engpasses von Tempi rund 386 Kilometer nördlich von Athen. Die Nationalstraße Athen- Thessaloniki ist an dieser Stelle sehr eng. Sie verläuft durch eine enge kurvenreiche Schlucht und hat nur zwei Fahrtrichtungen ohne Trennung. Kommentatoren des griechischen Fernsehens warfen allen Regierungen der vergangenen Jahrzehnte vor, einen Teil der Verantwortung zu tragen, weil sie notwendige Veränderungen am Verlauf dieser gefährlichen Straße nicht ausgeführt haben.
Darüber hinaus wurde vielen griechischen Lastwagenfahrern Leichtsinn vorgeworfen. "Die Last wird nicht gemäß den Vorschriften geladen und befestigt. Viele (Lastwagenfahrer) sind die Verkörperung des Todes", sagte ein Verkehrsexperte im Fernsehen.
Bei diesem Unfall sollen die Holzplatten des Lastwagens nur mit Bändern befestigt gewesen sein. "Wäre der Lastwagen geschlossen gewesen, hätten sich die Platten nicht lösen können, und die Kinder wären noch am Leben", sagte der Experte.
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