Algerien-Vermisste: Welche Spur ist die richtige?
- 31 europäische Touristen offenbar am Leben und gesund
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Gut 1.500 Kilometer südlich von Algier wird die Temperatur allmählich unerträglich. Gluthitze bis 40 Grad, das dürfte auch einem erfahrenen Sahara-Touristen zusetzen. Worunter neben solchen klimatischen Extrembedingungen die 31 verschwundenen Urlauber außerdem zu leiden haben, die nach halboffiziellen Angaben am Leben sind und als Geiseln dienen, das wissen dagegen - wenn überhaupt - nur wenige.
Angesichts einer Mauer des diplomatischen Schweigens ist das Rätsel um die teilweise seit Monaten wie vom Wüstenboden verschluckten Urlauber trotz unzähliger Spekulationen ungelöst.
Trinkwasser sollen sie genügend haben. Wird aber die Nahrung knapp? Wurden sie wirklich entführt? Wo sind sie? Geht es um Geld oder um eine politische Erpressung? Wer sind die Drahtzieher dieser Affäre?
Selbst die lokalen Tageszeitungen in der Hauptstadt Algier stürzen sich auf Informationen aus dem Ausland. Mal ist es der Hamburger "Spiegel", dann wieder der Wiener "profil", der von informationshungrigen Journalisten in Algerien ausgeschlachtet wird, weil sie selbst schwer an Neuigkeiten herankommen. An diesem Dienstag war es die Pariser "Le Monde", die praktisch von allen Blättern zitiert wird, weil sie sich auf einen "autorisierten" Sprecher der algerischen Armee stützt und zitiert: "Die Geiseln sind bei guter Gesundheit, und ihr Leben ist nicht in Gefahr." Und: An eine Befreiung mit Gewalt denke die Armee nicht.
Wie bei einem Informations-Monopoly sind die Medien damit wieder bei einem der Anfangsfelder angelangt. Schon lange vor Ostern gruben sie die Mutmaßung aus, ein "lokaler Emir" oder aber ein Dissident der Salafisten-Terrorgruppe GSPC habe sich der Sahara-Urlauber, darunter zehn Österreicher und 15 Deutsche, bemächtigt. Dann wurde alles wieder auf den Kopf gestellt, die Verschwundenen in Mali, Niger oder Libyen bei Nomaden vermutet.
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