Samstag, 12. April 2003

Drei Fähre-Entführer in Kuba hingerichtet

  • Erste Todesurteile seit mehreren Jahren
  • USA verurteilt Hinrichtungen

Drei Kubaner, die in der vorigen Woche eine Passagierfähre entführt hatten, sind am Freitag hingerichtet worden. Das teilte die Regierung in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung mit. Es sind die ersten Hinrichtungen im sozialistischen Kuba seit mehreren Jahren. Die Todesurteile wurden durch Erschießen vollstreckt.

Die drei Männer hatten am 2. April zusammen mit mehren anderen eine der Passagierfähren in ihre Gewalt gebracht, die in der Bucht von Havanna zwischen der Hauptstadt und den östlichen Vororten verkehren. Sie wollten damit in die USA fliehen, blieben aber schon nach 50 Kilometern ohne Treibstoff auf hoher See liegen. Mehrfach drohten sie, Passagiere umzubringen oder ins Meer zu werfen. Sie willigten dann aber ein, dass die Fähre nach Kuba zurück geschleppt wurde. Im Hafen von Mariel, westlich von Havanna, wurden die Entführer am späten Abend des 3. April überwältigt. Niemand wurde dabei verletzt.

Zuvor bereits Flugzeuge entführt
Kurz vor dieser Entführung waren bereits zwei Verkehrsflugzeuge von ausreisewilligen Kubanern in die USA entführt worden. Die Entführer wurden nicht ausgeliefert. Kuba wirft den USA vor, solche Entführungen zu provozieren.

USA verurteil Hinrichtungen
Die USA haben die Hinrichtung der drei Kubanern scharf verurteilt. Die Exekutionen seien das Resultat einer für ein totalitäres Regime typischen Aburteilung im Schnellverfahren ohne Rücksicht auf Rechtsstaatlichkeit, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington.

12.4.2003 08:40