Montag, 7. April 2003

UNO untersucht Blutbad mit 1.000 Toten im Kongo

  • Von Uganda unterstützte Rebellen bestreiten Beteiligung

UNO-Ermittler untersuchen die Hintergründe eines Blutbades mit fast 1.000 Toten im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (früher Zaire). Wie ein Sprecher der UNO-Beobachtermission (Monuc) am Montag in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa bestätigte, hätten Überlebende den Monuc-Ermittlern von der ethnisch motivierten Gräueltat in der Ortschaft Drodro berichtet.

Nach Informationen von UNO-Beobachtern wurden die Zivilisten bereits am vergangenen Donnerstag von Milizkämpfern niedergemetzelt. Die Ermittler seien vor Ort auf mehrere Massengräber gestoßen und hätten unter anderem mit zahlreichen Schwerverletzten gesprochen.

"Dies ist der grausamste Einzelvorfall seit Beginn des Bürgerkriegs", sagte Monuc-Sprecher Hamadou Toure dem britischen Radiosender BBC. Ermittler der Monuc untersuchen in der Region nahe der Grenze zu Uganda die Massaker der letzten Monate. Der Anführer der von Uganda unterstützten Rebellengruppe "Bewegung zur Befreiung Kongos" (MLC), Jean-Pierre Bemba, bestritt unterdessen eine Beteiligung an dem Massaker.

Während die internationalen Gegner des vier Jahre währenden Kongokriegs letztes Jahr gemeinsam mit einer Regierung der nationalen Einheit in der Hauptstadt Kinshasa einen Friedenskurs eingeschlagen haben, kommt der Osten des Landes noch immer nicht zur Ruhe. Tausende Menschen starben in Kämpfen zwischen rivalisierenden Volksstämmen und Milizgruppen. Erst Ende März hatten die Konfliktgruppen einen Waffenstillstand für die nordöstliche Unruhe-Provinz Ituri vereinbart. Die von einem UNO-Vertreter vermittelte Einigung sieht die Bildung einer regionalen Verwaltung vor, in der alle Stämme und Rebellengruppen vertreten sind.

7.4.2003 13:37