Montag, 7. April 2003

Israels Diplomaten wollen mehr Nähe zu Europa

  • Bericht kritisiert israelisches Verhalten seit Camp David 2000

Israel sollte dringend an einer Verbesserung seiner gestörten Beziehungen zu Europa arbeiten. Diese Ansicht vertritt das israelische Außenministerium in einem jetzt bekannt gewordenen Bericht an den Ministerrat unter Vorsitz von Premier Ariel Sharon.

Wie der israelische Rundfunk am Montag berichtete, beklagen die Berufsdiplomaten vor allem, dass die Regierung nach dem Scheitern der Friedenskonferenz von Camp David (von Ehud Barak und Yasser Arafat) im Juli 2000 den Palästinensern in Europa die Initiative überlassen habe.

Nach der Regierungsübernahme durch den rechtsgerichteten Ministerpräsidenten Sharon hat die israelische Außenpolitik eine besonders kritische Haltung gegenüber Europa eingenommen. Insbesondere verlangte die Regierung ohne Erfolg von der EU, den palästinensischen Präsidenten Arafat zu boykottieren.

Um die weitere Verschlechterung der Beziehungen zu Europa angesichts des Irak-Kriegs zu verhindern, empfiehlt das Außenministerium diplomatische Initiativen gegenüber europäischen Ländern. Andernfalls werde Israel nach dem Irak-Krieg unter immer stärkeren Druck sowohl der USA als auch der Europäischen Union zu umfassenden Zugeständnissen gegenüber den Palästinensern kommen. Außerdem sollte die Regierung Sharon dem neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) durch Gesten ihren guten Willen demonstrieren.

7.4.2003 12:55