Samstag, 12. April 2003

Großes Fischsterben in Kärnten

  • Nach Absenkung des Pegels der Drau
  • Anzeige bei Bezirkshauptmannschaft

In den Kärntner Flüssen Drau und Gurk ist es zu einem Fischsterben gekommen. Der Grund dafür ist das Absenken des Wasserpegels im Völkermarkt Stausee durch die Austrian Hydro Power (AHP) auf einer Länge von 25 Kilometer. Umweltreferent Reinhart Rohr will, wie er heute, Samstag, mitteilte, Anzeige erstatten.

Die Absenkung erfolgte ausgerechnet zur Laichzeit. Während die AHP die Absenkung des Wasserspiegels um eineinhalb Meter als "wichtige Hochwasserschutz-Maßnahme" bezeichnet, sprechen die Fischer von einer Katastrophe. Betroffen sind vor allem Zander, Hecht und Rotaugen. Tausende tote Tiere liegen im Schlamm, weil das Wasser abgelassen wurde. Weil auch der am Ufer angelegte Laich vertrocknet, sind die Tiere vom Aussterben bedroht.

"Die Austrian Hydro Power war von meiner Fachabteilung sehr genau darauf hingewiesen worden, dass jetzt Laichzeit sei und man diese Maßnahme nach Möglichkeit verschieben sollte", dazu Rohr. Er habe die AHP bereits ersucht, das Wasser zu stauen, damit nicht noch größerer Schaden entsteht. "Dies wurde mir zugesichert", sagte der Landesrat.

Der bisher entstandene Schaden müsse laut Rohr selbstverständlich entsprechend abgegolten werden. Außerdem fordert er Besatzmaßnahmen, um ein Aussterben der Fische zu verhindern.

Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft
Rohr hat im Zusammenhang mit dem Fischsterben Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft erstattet. "Die Behörde soll klären, ob bei der Absenkung des Wasserpegels bescheidkonform vorgegangen wurde", sagte er am Samstag gegenüber der APA.

Gleichzeitig soll die Bezirkshauptmannschaft das Ausmaß des Schadens feststellen, der von der Austria Hydro Power (AHP) den Fischern abgegolten werden müsse. Rohr warf der AHP vor, sie habe "jegliche Sensibilität" vermissen lassen. Man solle nicht Tausende von Fischen opfern, nur um Reparaturarbeiten so schnell wie möglich abwickeln zu können.

FP: "Unentschuldbarer Naturfrevel"
Für FPÖ-Umweltsprecher Abg. Johann Gallo ist das Fischsterben ein "unentschuldbarer Naturfrevel". Er fordert eine Offenlegung des Genehmigungsverfahrens für das Absenken der Drau.

12.4.2003 12:43