Haider: Stärkere Emanzipation Europas gegenüber USA
- Kärntens Landeshauptmann referierte in Dublin
- Plädoyer für mehr Annäherung an die islamische Welt
Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hat sich für eine stärkere Emanzipation Europas gegenüber den USA ausgesprochen. Dadurch würde sich für Europa vor allem auch die große Chance bieten, sich in diesen Tagen der arabischen Welt auf politischer Ebene zu nähern, sagte Haider in einem Gastvortrag zu Europafragen vor der University Philosophical Society (UPS) am Trinity College in der irischen Hauptstadt Dublin.
Europa solle seine Chance nützen, in einer ernsthaften Auseinandersetzung, die von Respekt und Anerkennung getragen sei, seine Position zur islamischen Welt zu suchen. In diesem Zusammenhang plädierte Haider dafür, dass Europa "durchaus das eine oder andere Mal aus den Fußstapfen der USA treten" solle. Weiters sei darauf zu achten, dass in Europa nicht der nächste Riss zwischen alt und neu entstehe, wie er sich in der Frage der militärischen Intervention im Irak angekündigt habe.
Gemeinsame europäische Identität
Eine gemeinsame europäische Identität könne nur dann entstehen, wenn es ein klares Bekenntnis der Staaten zur kulturellen Vielfalt gebe, sagte Haider laut Kärntner Landespressedienst weiter. Diese Verschiedenheiten müsse die Europäische Union in möglichst vielen Bereichen zulassen, wolle sie sich als ein "wirkliches Zukunftsprojekt" sehen. Das derzeitige Bild Europas sei jenes eines "passiven Objektes, eines Getriebenen und Gedrängten statt eines aktiven Subjekts", so der Kärntner Landeshauptmann. Es würden aktive Kräfte von außen her einwirken und versuchen, Europa die Richtung vorzugeben.
Haider: "Die US-Politik hält der europäischen Dürftigkeit in der Frage der Selbstbesinnung und Selbstbestimmung den Spiegel vor." Daher dürfe sich Europa nicht mehr treiben lassen, es müsse handlungsfähig und so zu einem "Subjekt der Weltgeschichte" werden.
Viel Prominenz bei Vortrag
An dem Vortrag im Trinity College nahm laut Landespressedienst viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil, darunter auch der ehemalige irische Labour-Vorsitzende Ruairi Quinn.
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