Donnerstag, 10. April 2003

FORMAT: Erwin Pröll als Favorit für die Klestil-Nachfolge

Es war nur eine Bemerkung am Rande. Die von Parteichef Schüssel scheinbar achtlos gesprochenen Worte sorgen in den inneren Zirkeln der Partei ordentlich für Unruhe. "Nach diesem Wahlsieg", meinte der Kanzler zu umstehenden Granden, "wird es schwer sein, eine Kandidatur vom Erwin zu verhindern."

Genüsslich wird dieser Kanzlersager seither weitergereicht und je nach innerparteilicher Fraktionszugehörigkeit freudig oder ärgerlich analysiert. Die Ausgangslage: Ende 2003 wird die mittlerweile erfolgsverwöhnte Volkspartei ihren Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im April 2004 nominieren.

Drei bestens geeignete Persönlichkeiten bieten sich (im wahrsten Sinne des Wortes) an, die Nachfolge von Margot Klestil und ihrem Mann Thomas anzutreten:

Benita Ferrero-Waldner, seit Februar 2000 Außenministerin: Sie gewann gewisse Popularität durch den Kampf gegen die von der EU verhängten Sanktionen gegen Schwarz-Blau. Die Karriere-Diplomatin glaubt, daß ihr das protokollarisch höchste Amt des Landes auf den Leib geschneidert sei.

Steiermarks VP-Landeshauptmann Waltraud Klasnic wird ebenfalls immer wieder als Hofburg-Aspirantin genannt. Die populäre Landesmutter hält sich freilich bedeckt und erklärt, sie wolle nicht Präsidentin werden.

Erwin Pröll: "Keine Ambition"
Niederösterreichs jetzt absolut herrschender Erwin Pröll (53,3 Prozent) hat bis dato Gelüste auf das hohe Amt ebenfalls zurückgewiesen: "Keine Ambition." Bei allen drei Kandidaten ist davon auszugehen, daß sie nichts gegen einen Karrieresprung einzuwenden hätten.

10.4.2003 16:03