Donnerstag, 10. April 2003

Drei Tote: Schwerer Unfall legte A1 für Stunden lahm!

  • Westautobahn war gesperrt, stundenlanger Stau
  • Ein Opfer von nachfolgenden Fahrzeugen überrollt

Drei Todesopfer hat ein schwerer Verkehrsunfall auf der Westautobahn (A 1) im Bezirk St. Pölten am Donnerstag gegen 6.00 Uhr gefordert. Im Baustellenbereich zwischen Böheimkirchen und St. Christophen war ein Pkw aus bisher ungeklärter Ursache ins Schleudern geraten, überschlug sich und kam mit dem Dach auf der Mittelleitschiene zu liegen.

Das Fahrzeug war mit 120 km/h unterwegs gewesen - hatte also die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten, bestätigte die Autobahngendarmerie Altlengbach auf APA-Anfrage. Der Lenker des Renaults mit Melker Kennzeichen war sofort tot. Zwei weitere Insassen
- ein Mann und eine Frau - wurden aus dem Wagen katapultiert. Die Unfallopfer sind laut ORF-Bericht chinesischer Abstammung. Die Frau wurde dabei von zwei nachfolgenden Fahrzeugen überrollt.

Während ein Lenker sofort stehen blieb, hielt der andere kurz an, fuhr jedoch gleich wieder weiter. Nach Angaben der Autobahngendarmerie Altlengbach handelte es sich um einen roten Pkw, Marke Honda, mit Wiener Kennzeichen. Eine von der Gerichtsmedizin durchgeführte Obduktion der Leiche soll nun klären, ob die Frau bereits vor dem Überrollen tot gewesen ist. Der Fahrerflüchtige muss rechtliche Konsequenzen befürchten. Eine Ausforschung sei wahrscheinlich, so die Beamten. Sollte sich der Lenker von selbst melden - also "tätige Reue" zeigen - könne er mit Strafmilderung rechnen.

Westautobahn war gesperrt
Die Bergungsarbeiten zogen umfangreiche Behinderungen im Morgenverkehr nach sich. Die Autobahn war in Fahrtrichtung St. Pölten mehr als drei Stunden gesperrt. Nach Angaben der ÖAMTC-Informationszentrale reichte der Stau auf der A 1 15 Kilometer zurück. Der Verkehr wurde über die B 19 umgeleitet, wo die Verkehrsteilnehmer jedoch auch nur im Schritttempo vorankamen.

In Fahrtrichtung Wien war die Überholspur gesperrt. Im Morgenverkehr bildete sich trotz zweier befahrbarer Spuren ein fünf Kilometer langer Stau, der sich jedoch früher auflöste als jener in die Gegenrichtung.

Zur Unfallstelle erläuterte der ÖAMTC, dass die Bauarbeiten im durch Betonleitschienen abgegrenzten Mittelbereich (Fundament für Mautstelle, Anm.) die Fahrbahnen nicht beeinträchtigen. Es bestehe in diesem Bereich keine Geschwindigkeitsbeschränkung.

10.4.2003 09:06