Dienstag, 8. April 2003

Kardinal Schönborn dementiert Rom-Berufung

  • "Ratzinger erst zu Jahresbeginn vom Papst als Präfekt der Glaubenskongregation für fünf Jahre bestätigt"

Kardinal Christoph Schönborn hat die Gerüchte dementiert, wonach er bald ein hohes Amt in Rom antreten würde. Als "völlig aus der Luft gegriffen", bezeichnete der Wiener Erzbischof die Meldung, wonach er die Nachfolge von Kurienkardinal Joseph Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation antreten solle. "Ratzinger wurde erst Anfang dieses Jahres vom Papst in dieser Funktion für weitere fünf Jahre bestätigt", sagte er am 8. April anlässlich der Eröffnung der Frühjahrstagung der Österreichischen Bischofskonferenz im Stift St. Georgen/Längsee.

"Das es so auch ist, hat mir Ratzinger vor kurzem bestätigt", erklärte Schönborn. Es könne auch keine Rede davon sein, dass der bald 76-jährige deutsche Kardinal (Geburtstag am 16. April) das Amt zurücklegen werde, weil "er sich bester Gesundheit erfreut".

Die italienische Tageszeitung "Il Messaggero" hatte in ihrer Ausgabe vom 7. April berichtet, Papst Johannes Paul II. könnte schon bald einen Nachfolger für Ratzinger ernennen und bezeichnete Schönborn als Favorit für eines der mächtigsten Ämter in der katholischen Kirche als oberster Glaubenshüter. Die mit Spannung erwartete Entscheidung könnte bereits in der Osterwoche fallen, hieß es. Ratzinger steht seit nahezu 22 Jahren an der Spitze Glaubenskongregation, deren Vorgängereinrichtung die Heilige Inquisition war.

8.4.2003 12:08