Dienstag, 8. April 2003

Gehrer-Kritik am Lehrer-Protest: 38.375 Std. entfallen

  • Rache der Lehrer: Wegen "Versammlungen" fällt Unterricht aus
  • Boykott am 9. April zwischen 08.00 bis 13.00 Uhr

Die geplante Kürzung der Schulstunden (2 pro Woche) schlägt hohe Wellen! Als Protest gegen die Streichung in einigen Fächern halten die AHS-Lehrer am Mittwoch "Dienststellen-Versammlungen" ab. Deshalb fällt der Unterricht aus. Ministerin Gehrer hat kein Verständnis für diesen Boykott und kritisiert die Lehrer in einem offenen Brief. Außerdem würden wegen der Versammlungen "bis zu 38.375 Unterrichtsstunden entfallen"!

In dem Brief an die AHS-Lehrer kritisiert Elisabeth Gehrer die geplanten Protestmaßnahmen der Pädagogen. Die Ressortchefin äußerte Unverständnis für die Proteste und verteidigte ihren Entwurf einer Kürzung der Unterrichtsstunden. Die Ministerin kritisierte weiters, dass durch die Protestmaßnahmen "bis zu 38.375 Unterrichtsstunden" entfallen würden. Es sei unverständlich, dass diejenigen, welche gegen die Entlastung protestierten, "selbst Stunden entfallen lassen".

In ganz Europa würde erkannt, dass übervolle Lehrpläne und zu viele Schulstunden die Kinder enorm unter Druck setzen, heißt es in dem offenen Brief. Nach einer inhaltlichen Entlastung der 10- bis 14-jährigen durch gestraffte Lehrpläne sei nun eine zeitliche Entlastung angesagt. Durch eine "moderate Kurzung der Unterrichtsstunden zwischen 1,5 und zwei Stunden pro Woche" werde erreicht, dass Kinder und Jugendliche "nicht bedeutend mehr arbeiten" müssten als Erwachsene wie z. B. ihre Lehrer, so Gehrer.

Durch die Maßnahme würden außerdem die Kosten für das Lehrpersonal "etwas weniger ansteigen". "Mir ist es unverständlich, warum Entlastungsmaßnahmen für die Jugend, die gleichzeitig einen sparsamen Umgang mit Steuergeldern darstellen, von AHS-Gewerkschaftsseite so wütend bekämpft werden", bemängelte Gehrer. Mit den gekürzten Jahresstunden würde Österreich immer noch an der Spitze Europas liegen.

8.4.2003 11:38