Montag, 7. April 2003

Wiener Hauptbücherei feierlich eröffnet

  • Neubau am Gürtel um rund 28 Mio. Euro errichtet
  • 240.000 Bücher für bis zu 5.000 Besucher täglich

Das neue Hauptgebäude der Wiener Büchereien ist heute, Montag, von Bürgermeister Michael Häupl (S) und Vizebürgermeisterin Grete Laska (S) feierlich eröffnet worden. Ab morgen, Dienstag, ist der markante, 150 Meter lange Bau über der U-Bahn-Station "Burggasse-Stadthalle" auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

Bis zu 5.000 Besucher täglich werden zu Beginn erwartet.

Dem Anlass entsprechend bedienten sich die beiden Stadtpolitiker als allererste in dem reichen Angebot aus 240.000 Büchern und Zeitschriften sowie 60.000 audiovisuellen Medien und nutzten auch gleich die Möglichkeit zur elektronischen Selbst-Entlehnung.

"Emotionaler Büchernarr"
Der Wiener Bürgermeister - er outete sich in seiner Ansprache als "emotioneller Büchernarr" - wählte Michail Bulgakovs "Der Meister und Margarita", Laska nahm ein Werk über das Riesenrad und den Wiener Prater mit nach Hause.

Bei der Eröffnung herrschte ein Riesengedränge: Unter den Ehrengästen befanden sich unter anderem der Schriftsteller Milo Dor, Nationalbibliotheks-Direktorin Johanna Rachinger, SP-Chef Alfred Gusenbauer, der Wiener ÖVP-Obmann Alfred Finz, zahlreiche Mitglieder der Wiener Stadtregierung und des Gemeinderats sowie - mit seinem Einkaufszentrum Nachbar der neuen Bibliothek - Baumeister Richard Lugner mit Ehefrau Christina.

18 Euro pro Jahr
Um einen Mitgliedsbeitrag von 18 Euro pro Jahr können ab Dienstag auch alle anderen Wiener im Hauptgebäude der städtischen Büchereien stöbern. Die Verantwortlichen rechnen mit einem wahren Ansturm. "Wir freuen uns, aber fürchten uns auch ein bisschen vor den nächsten Monaten", sagte Bibliothekssprecher Gunther Laher vor Journalisten: "Der Bestand in den Regalen wird mit Sicherheit rapide abnehmen."

Mediathek und Dach-Café
Bis zu 5.000 Personen können auf 6.000 Quadratmetern Platz finden. Neben Leseecken, Ruhezonen und Studierbereichen gibt es auch zahlreiche PC- und Internetarbeitsplätze sowie Möglichkeiten zum Genuss von Videos, CDs und DVDs. Das von Architekt Ernst Mayr entworfene Gebäude, das wie ein Schiff über der U-Bahn und zwischen den Gürtelfahrbahnen thront und mit einer monumentalen Freitreppe auf der Seite des Urban-Loritz-Platzes zum Besuch einlädt, hat rund 28 Mio. Euro gekostet. Gekrönt wird es von einer 2.000 Quadratmeter großen Dachterrasse samt Bibliotheks-Cafe "Canetti".

Ursprünglich hätte die Bibliothek bereits im Herbst 2001 eröffnet werden sollen. Durch Konkurse beteiligter Baufirmen hatte sich die Fertigstellung jedoch verzögert. Unklar ist noch die Zukunft des alten Hauptgebäudes in der Skodagasse. Derzeit wird geprüft, ob eine Nutzung als Musikschule samt Proberäumen möglich ist.

7.4.2003 13:13