Mittwoch, 2. April 2003

EU genehmigt Telepiu-Übernahme durch News Corp

  • Auflagen sollen Quasi-Monopol abschwächen
  • Sender wird mit bisherigem Konkurrenten Stream fusioniert

Die Europäische Kommission hat die Übernahme des italienischen Pay-TV-Senders Telepiu durch News Corp genehmigt. Der Sender wird mit dem bisherigen Konkurrenten Stream fusioniert, wodurch Rupert Murdoch gleichsam zum Alleinherrscher der italienischen Pay-TV-Landschaft wird. Um diesem "Quasi-Monopol", wie es die Kommission nennt, entgegenzutreten, werden an die Genehmigung zahlreiche Auflagen geknüpft, teilte der zuständige Kommissar Mario Monti mit.

Grund für die Genehmigung sei die bisherige kommerzielle Erfolglosigkeit der beiden Abo-Sender, die seit ihrem Bestehen noch nie Gewinne einspielten. Die News Corp-Tochter Stream wäre bei Nicht-Genehmigung vom Markt verschwunden. Diese Entwicklung sei aus Sicht der Kommission für den Konsumenten weniger wünschenswert als die Fusion. Zudem stellt der Deal ein Spiegelbild eines früheren Übernahmevertrages dar, bei dem die Telepiu-Mutter Vivendi Universal der Käufer gewesen wäre. Auch dieser Deal wurde mit Auflagen genehmigt, aber von Vivendi verworfen.

Das neue TV-Unternehmen wird von News Corp kontrolliert werden. Die Telecom Italia, bisher zur Hälfte an Stream beteiligt, wird maximal 19,9 Prozent an dem voraussichtlich unter dem Namen Sky Italia fusionierten Abosender halten. Zu den Auflagen des Deals gehört unter anderem, dass News Corp möglichen anderen Anbietern den Marktzugang zu fairen Bedingungen in inhaltlicher wie technischer Hinsicht ermöglicht. So müsse gewährleistet sein, dass nicht nur die von News Corp verwendete CAS-Technologie eingesetzt werde. Die Auflagen gelten bis Ende 2011. (pte/red)

Weitere Informationen:

  • EU-Website

    2.4.2003 15:18