EMTS: Neuer Partner erst mit Kapitalerhöhung sinnvoll
- Ordentliche Hauptversammlung am 30. Mai
- Keine Wiederaufnahme der Geschäfte in Österreich
·EMTS-Konkurs
Nun Norwegen, Schweden & Estland
·Konkurs
EMTS Austria verkauft Filialen
Der durch Vorwürfe wegen Bilanzmanipulation und einer Vertragskündigung durch Nokia in Bedrängnis geratene börsenotierte Salzburger Handy-Dienstleister EMTS ist weiter auf Partnersuche. Die Hereinnahme eines Partners sei aber nur sinnvoll und möglich, wenn man diesem im Zuge der geplanten Kapitalerhöhung einen großen Teil des Unternehmens anbieten könne, betonte EMTS-Chef Rosner.
Der frühere EMTS-Vorstand Franz Guggenberger blockiere allerdings - "offenbar aus emotionalen Gründen" - die geplante Kapitalerhöhung und füge dem Unternehmen dadurch Schaden zu, so Rosner. Guggenberger hatte beim Landesgericht Salzburg eine Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage gegen den Beschluss der Hauptversammlung über die Kapitalerhöhung im Februar eingebracht, in Folge dessen wurde die Eintragung des genehmigten Kapitals unterbrochen.
"Wir bekämpfen die Klage und hoffen auf die für 30. Mai angesetzte ordentliche Hauptversammlung", so Rosner. Die Gespräche mit den Banken würden derzeit gut verlaufen, die Altlastenbereinigung sei weit fortgeschritten.
Von 12 Töchtern nur mehr 4 übrig
Von den ursprünglich 12 EMTS-Tochtergesellschaften sind nach Konkursen, Liquidationen und Verkäufen nun nur mehr vier - in Deutschland, Spanien, Italien und Dänemark - übrig geblieben. Diese Töchter seien derzeit "mit Partnern abgesichert", daher sei aus heutiger Sicht kein weiterer Konkurs zu erwarten. In diesen Ländern erwarte man im 2. Quartal 2003 ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), fürs Gesamtjahr 2003 werde mit einem Umsatz von 40 Mio. Euro gerechnet.
Keine Aktivitäten in Österreich
In Österreich denke die EMTS nicht mehr an eine Wiederaufnahme der Geschäfte, durch die Vertragskündigung von Nokia sei das Geschäft hier zu Lande nicht mehr rentabel führbar, so Rosner. Die Österreich-Tochter hatte Mitte März Konkurs angemeldet. Das Headquarter in Österreich habe man auf 6 Mitarbeiter reduziert.
Nachdem der KPMG-Prüfbericht das frühere EMTS-Management Medienberichten zufolge schwer belastet und auf einen Schaden von rund 8 Mio. Euro verweist, hat Rosner eigenen Angaben zufolge nun die Finanzmarktaufsicht und die Staatsanwaltschaft darüber informiert. Daneben hätten die Vorwürfe auch zivilrechtliche Folgen, sagte Rosner.
Rosner muss sich derzeit um einen Forderungsverzicht der Banken bemühen. Diese könnten um 7 bis 8 Mio. Euro und dadurch um rund die Hälfte der Außenstände umfallen, heißt es im Bericht. Nur wenn die Staatsanwaltschaft den KPMG-Bericht bestätigen sollte, könnten die Banken über einen Zivilrechtsprozess gegen einzelne Mitglieder des früheren Managements zusätzliches Geld fließen lassen.
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