Selbstreinigendes Hundeklo: Nächster "großer Wurf"?
- Nokia und Linux stellen "High Gienic WC" vor
- Anlage ist überdacht und kommt mit Bodenheizung
Trotz Spitzenplatz bei der Pisa-Untersuchung und immer raffinierteren Handys aus eigener Produktion stehen auch in Finnland viele Bürger hilflos vor einem ganzen Haufen eines alten Problems: den großen Mengen Hundekot auf Gehsteigen. Damit soll nun Schluss sein, meint Matti Tamminen und erhofft für sein "selbstreinigendes Hundeklo" aus Turku einen ähnlich durchschlagenden Erfolg wie den der Handybauer von Nokia und des Computer-Spezialisten Linus Thorvalds mit seinem weltweit erfolgreichen Betriebssystem Linux.
Erste Erfolge meldete Tamminen von einer Hundeschau in Helsinki: "Die Hälfte aller 6.000 Tiere hat sofort die Vorteile unserer Toilettenanlage zu nutzen gewusst," heiß es. Vergangene Woche wurde das erste öffentliche "High Gienic WC" auf einem Platz im Espoo eröffnet, von wo aus die Firma Nokia als größter Handy-Hersteller der Welt Finnland Ruhm und Ehre als Paradies für High-Tec-Freaks sowie viel Geld bringt.
Rotierende Scheibe schafft Abhilfe
Das Hundeklo von Tamminen (Firma Shippax) verspricht Abhilfe dank einer rotierenden Scheibe, die nach jedem "Toilettenbesuch" eines Hundes per Kreiselbewegung alle Hinterlassenschaften in einen darunter platzierten Behälter verschwinden lässt. Für Herrchen oder Frauchen bringt die Anlage nur eine Pflichtübung beim Gassigehen: Ein Knopf muss gedrückt werden, damit die Scheibe rotiert.
Überdacht und mit Bodenheizung
Ob das nun die Lösung eines zum Himmel stinkenden Großstadtproblems mit täglichen Tonnen von neuem Hundekot - Beispiel Paris: 14 Tonnen - sein kann, sollen der Feldversuch in Espoo und geplanten Anlagen in Helsinki und Oulu erweisen. Um den verwöhnten Vierbeinern in den europäischen Metropolen die Verrichtung ihrer Geschäfte attraktiv zu machen, wird das finnische Hundeklo standardmäßig überdacht und hat eine eingebaute Bodenheizung. Wer friert schon gern am Po, wenn es drauf ankommt?
Nie mehr Plastiksackerl?
Alles in allem soll die Anlage trotzdem immer noch viel billiger sein als diverse andere Anläufe zur Milderung des Problems etwa mit Sammelmaschinen oder eingezäunten Arealen, die viel Platz und Arbeitskraft zur Wartung kosten. Ganze 700 Euro pro Jahr und Anlage koste dieser Einsatz für eine bessere Umwelt, meint Geschäftsführer Tamminen und ist schnell bei der Hand mit einem Argument, warum die Entsorgung mittels Plastiksackerl von Herrchen oder Frauchen als kostenlose Alternative noch nicht so funktioniert: "Komischerweise gehen 50 Prozent immer ohne Sackerl weg. Danach ist es zu spät."
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