Dienstag, 1. April 2003

Microsoft besser als sein Ruf

  • Forrester Research veröffentlicht Studie
  • "Wer vertraut Microsoft?"

Nach einer veröffentlichten Studie von Forrester Research halten 74 Prozent aller IT-Sicherheitschefs Microsoft-Produkte für unsicher. Gleichzeitig stellten das Team des Marktforschungsinstituts in ihrer Studie "Can Microsoft be secure?" fest, dass trotzdem neun von zehn der untersuchten Unternehmen Microsoft-Lösungen für kritische Prozesse einsetzen. Für die Untersuchung wurden 35 IT-Sicherheitschefs aus US-Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer Mrd. Dollar befragt.

Alles in allem finden die Forscher von Forrester, dass der Softwarekonzern oft zu unrecht kritisiert werde. In vielen Fällen seien die User selbst für die schwache Sicherheit der Microsoft-Lösungen verantwortlich. "Zu wenige Unternehmen kümmern sich darum, ihre Windows-Systeme zu sichern", so Studien-Autorin Laura Koetzle. 40 Prozent der Unternehmen planen keine Sicherheitsverbesserungen und 59 Prozent der Unternehmen, die unter einem Sicherheitsproblem wegen einem Microsoft-Produkt litten, haben daraus auch Konsequenten gezogen. Dagegen waren bei den am weitesten verbreiteten Sicherheitslücken, wie sie von Code Red oder SQL Slammer ausgenutzt wurden, schon lange vorher Patches vorhanden. Für neun Sicherheitslücken, die so zu einiger Berühmtheit gelangten, waren im Durchschnitt seit 305 Tagen Patches vorhanden.

Es läuft aber nicht alles glatt
Allerdings kommt Microsoft in der Studie nicht ganz ungeschoren davon. Koetzle empfiehlt dem Softwarekonzern, einfachere Tools zu entwickeln, die ein problemloses Einspielen von Sicherheitsupdates ermöglicht. Gleichzeitig sollte der Konzern verstärkt mit unabhängigen Softwareunternehmen (ISV) zusammenarbeiten, um sicher zu gehen, dass die Patches auch mit deren Applikationen funktionieren.

"Der gegenwärtige Ansatz von Windows-Security funktioniert nicht, und einfach die Unternehmen zu ermahnen, größere Anstrengungen für die Sicherheit zu unternehmen, ist keine Antwort", meint Koetzle. "Stattdessen muss Microsoft eine Sicherheitspartnerschaft mit Usern und ISVs formen." (pte/red)

Weitere Informationen:

  • Forrester-Website
  • Microsoft-Website

    1.4.2003 12:25