Montag, 31. März 2003

Brain Force plant für 2003 positives Jahresergebnis

  • Marktausweitung in Richtung Osteuropa im Vordergrund
  • Jährlich eine Übernahme geplant

Der Wiener an der der Frankfurter Börse im Prime Standard notierte Software-Hersteller Brain Force Software AG plant für das laufende Geschäftsjahr 2003 ein Betriebsergebnis (Ebit) von 700.000 Euro und ein positives Jahresergebnis. 2004 sollte das Ebit dann deutlich über 1 Mio. Euro liegen. "Die Rezession wird noch das ganze Jahr über anhalten", erwartet Brain Force-Vorstand Helmut Fleischmann. Erst 2004 sei mit einem Anspringen der Wirtschaft und 2005 mit einem neuen Investitionszyklus zu rechnen, so Fleischmann bei der Bilanzpressekonferenz am in Wien.

Brain Force hat im Geschäftsjahr 2002 ein positives Betriebsergebnis von 65.419 (2001: -9,1 Mio.) Euro erwirtschaftet. Auf Grund eines Finanzergebnisses von minus 138.738 Euro wurde jedoch ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 73.319 Euro und nach Abzug von Ertragssteuern von 384.039 Euro einen Jahresverlust von 457.358 Euro eingefahren.

Neben der Konzentration auf mit besseren Margen versehene Branchenlösungen, hauptsächlich für Banken und Versicherungen sowie Handel und Industrie, plant Fleischmann jährlich im Schnitt eine Akquisition, die hauptsächlich über Aktien finanziert werden soll. Die liquiden Mittel von 2,54 (2,17) Mio. Euro will Fleischmann für interne Investitionen und als Sicherheitspolster einsetzen. Besonders intensiv werden dabei die Fühler nach Osteuropa ausgestreckt, wo Brain Force so bald als möglich in den dortigen Markt eintreten will.

Ausweitung des Marktes geplant
An eine Ausweitung des Marktes wird auch in den Kernmärkten Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz gedacht. Übernahmeziele sollen dabei mehr als 10 Mio. Euro Umsatz, einen positiven operativen Cash-Flow und hohe Eigenkapitalausstattung aufweisen. "Zielunternehmen müssen über eine gute Marktposition und ein mit Brain Force kompatibles Leistungsangebot verfügen", so Fleischmann. Für den Fall, dass strategische Partnerschaften eingegangen werden, kämen nur globale Player aus der IT- und Telekom-Branche in Frage. Dabei sollen die Partner-Produkte mit einem zusätzlichen Nutzen aufgewertet werden.

Bis 2005 soll so der Umsatz auf 150 Mio. Euro gesteigert werden und die Ebit-Marge über 5 Prozent betragen. Die Marktkapitalisierung soll auf 50 Mio. Euro gehoben werden, "um über der Wahrnehmungsgrenze" zu liegen, betonte Fleischmann. Nicht zuletzt weil die Aktie als Übernahme-Währung eingesetzt werden soll, wird großer Wert auf den "shareholder value" gelegt. Als langfristiges Kursziel werden 10 Euro angestrebt. Die derzeitige Marktkapitalisierung liegt bei 15 Mio. Euro. Bei entsprechender Kapitalausstattung ist in Zukunft auch an die Ausschüttung einer Dividende gedacht.

In Österreich Umsatzeinbruch von 16 Prozent
Die Umsatzerlöse gingen von 65,8 auf 59 Mio. Euro zurück. Mit knapp 40 Prozent wird der Großteil in Deutschland erwirtschaftet, gefolgt von Italien mit 28 Prozent. Österreich mit 26 Prozent Umsatzanteil erlitt einen Umsatzeinbruch von 16 Prozent. Auf die Schweiz entfielen 7 Prozent des Umsatzes. Als wesentliche belastende Faktoren verursachten Forderungsabschreibungen (160.000 Euro), Urlaube und Rückstellungen (1,02 Mio. Euro) und Abfertigungszahlungen (230.000 Euro) negative Effekte von 1,41 Mio. Euro, so Finanzchef Wolfgang Lippert. Durch Kosteneinsparungen wurden 720.000 Euro eingespart, 2,3 Mio. Euro wurden entgegen den Plänen nicht investiert.

Der Mitarbeiterstand soll - abgesehen von Zukäufen - stabil gehalten werden. Per Jahresende 2002 sank der Belegschaftsstand auf 750 (823). Ohne die im Oktober getätigte bedeutende Akquisition der deutschen beusen Solutions GmbH hätte er 697 Personen betragen.

Weitere Informationen:

  • Brain Force-Website

    31.3.2003 13:30