Freitag, 4. April 2003

E-Mail: US-Präsident Bush als "Terrorist" bezeichnet

  • Hacker sendet E-Mails von Account einer Kongressabgeordneten
  • Vorschlag zur Exhumierung gefallener Soldaten erntet Spott

Aus Protest gegen die Vorschläge der US-Kongressabgeordneten Ginny Brown-Waite ist ein Hacker in den Computer der Republikanerin eingedrungen und hat in ihrem Namen Protest-Mails gegen die Regierung verschickt. Brown-Waite hatte mit der Idee Aufsehen erregt, in Frankreich und Belgien beigesetzte US-Soldaten zu exhumieren. Die Republikanerin wollte den Angehörigen von im Zweiten Weltkrieg gefallenen GIs ermöglichen, deren sterbliche Überreste in die USA zurückzubringen. Begründet hatte sie ihren Gesetzentwurf mit der heftigen Kritik Frankreichs und Belgiens am Irak-Krieg.

Diese hat als Antwort auf ihre Forderung, wegen der Anti-Kriegshaltung Belgiens und Frankreichs die Gebeine gefallener US-Soldaten in diesen Ländern exhumieren zu lassen, ein Päckchen mit Hühnerknochen aus Deutschland erhalten. Das meldete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf eine Mitteilung des Büros der Abgeordneten.

Todesstrafe für Bush, Cheney und Rumsfeld
Ob der Hacker ebenfalls durch diesen Gesetzentwurf motiviert wurde, ist derzeit unklar. In der von ihm eingeschleusten Mail wird US-Präsident George W. Bush als "Terrorist" bezeichnet und die Todesstrafe für ihn, seinen Stellvertreter Dick Cheney und Verteidigungsminister Rumsfeld gefordert. Die Nachricht ging an sämtliche in der Mailbox gespeicherte Adressen, darunter das gesamte Parlament Floridas. "Der Gedanke, das jemand solche hetzerischen Äußerungen tätigt und sie mir unterschiebt, ist abscheulich", erklärte Brown-Waite in einer Stellungnahme.

4.4.2003 09:21