Streik in Frankreich: Vier Fünftel aller Flüge fallen aus!
- Österreich betroffen: Heute alle Frankreich-Flüge gestrichen
- Flug-Chaos: Streik wegen Krieg lähmt Griechenland
Berufspendler wechselten auf Fahrräder oder Roller-Blades: Streik-Chaos in Frankreich und Griechenland (Kasten rechts)! Wegen eines landesweiten Pensions-Protesttages der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst fielen vier Fünftel aller Flüge in Frankreich ausfallen. Nur 620 von rund 2.100 Verbindungen werden aufrechterhalten, teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC in Paris mit. Es kam zu vielen Flugabsagen und langen Staus im Berufsverkehr der Großstädte. Betroffen sind auch sämtliche Verbindungen von und nach Österreich.
Massive Streiks haben am Donnerstag in Paris den öffentlichen Nahverkehr nahezu lahm gelegt und auch fast 80 Prozent des französischen Luftverkehrs zum Erliegen gebracht. Beschäftigte des öffentlichen Sektors protestierten damit gegen die Pläne der konservativen Regierung zur Reform des Rentensystems.
Die Züge der Pariser Metro - das wohl wichtigste Fortbewegungsmittel in der Millionenstadt - fielen fast vollständig aus. Wenn ein Zug fuhr, dann mit stundenlanger Verspätung. Regionalzüge und die Stadtbahn fuhren vereinzelt. Air France strich nach eigenen Angaben 55 Prozent ihrer Inlandsflüge sowie europäische Routen. Fast 80 Prozent des gesamten französischen Luftverkehrs kam nach Behördenangaben zum Erliegen.
Berufspendler wechselten kurzerhand auf Fahrräder oder griffen zu Roller-Blades, um zur Arbeit zu kommen. Die Bürgersteige der Metropole, in die täglich mehrere Millionen Menschen zur Arbeit pendeln, waren dicht bevölkert von Menschen, die sich zu Fuß auf den Weg machten.
Die Langstrecken-Flüge von Air France sowie die Verbindungen des europäischen Schnellzugs Eurostar zwischen Paris, Brüssel und London waren von den Streiks nicht beeinträchtigt. Der Betrieb des französischen Hochgeschwindigkeitszugs TGV allerdings wurde stark getroffen. Auf einigen Routen fiel jeder zweiter TVG-Zug aus.
Nach Angaben der Gewerkschaften sollten sich im Tagesverlauf auch Lehrer sowie Beschäftigte des privaten Sektors den Streiks anschließen. Hintergrund der Protestaktionen sind die bereits seit längerem angekündigten Reformpläne der Mitte-Rechts-Regierung.
Nach den Vorstellungen von Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin sollen Angestellte des öffentlichen Sektors künftig wie ihre Kollegen in der Privatwirtschaft 40 Jahre lang in die Rentenkassen einzahlen und nicht wie bislang 37,5 Jahre. Gewerkschaften fürchten, dass diese Pläne nur der erste Schritt in Richtung weiterer Belastungen für die Arbeitnehmer sind und auch das Rentenalter von derzeit 60 Jahren heraufgesetzt werden soll.
Laut Flughafen Wien wurden alle sechs Flüge von und nach Paris gestrichen. Auch die Destinationen Lyon, Straßburg und Nizza können nicht erreicht werden. Nach Angaben der Flughäfen Roissy-Charles de Gaulle und Paris-Orly sollen rund 30 Prozent der An- und Abflüge zur Hauptstadt aufrecht bleiben.
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