Fluglinie KLM streicht mehrere tausend Stellen
- Buchungsrückgänge wegen Irak-Krieg und SARS
- Kosten sollen langfristig um 10 Prozent gesenkt werden
·AUA-Sparkurs
150 Kündigungen angemeldet
·Bankrottgefahr
American Airlines wieder am Abgrund
Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht mehrere tausend Stellen. Wie das Unternehmen am Dienstag in Amstelveen mitteilte, reagiert es damit auf die Buchungsrückgänge infolge des Irak-Krieges und der Lungenkrankheit SARS.
Über das genaue Ausmaß der Streichungen werde erst in einigen Monaten Klarheit bestehen. Betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht zu vermeiden. Gleichzeitig werde ein Einstellungsstopp verhängt.
"Längerfristig glaubt KLM, dass der Luftfahrtbereich seine Ergebnisse verbessern muss, um zu überleben", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. In den vergangenen zehn Jahren sei dort die jährliche Durchschnittsrendite unter zwei Prozent gefallen.
KLM: "Weit reichende Maßnahmen umsetzen"
KLM werde bald "weit reichende Maßnahmen" umsetzen, um eine Verbesserung des Ergebnisses zu erzielen. In der gesamten Gruppe sollten die Kosten langfristig um zehn Prozent gesenkt werden. Wo gespart werden soll, will das Management demnächst noch im Detail entscheiden. Erste Auswirkungen des Sparplanes würden im laufenden Geschäftsjahr erwartet, das am Dienstag begann, hieß es.
Zeitverträge werden nicht verlängert
Bei den Beschäftigten würden Zeitverträge nicht verlängert und Verträge von externen Mitarbeitern und Beratern de facto ausgesetzt. Dennoch seien Kündigungen in der KLM-Belegschaft nicht zu umgehen. Darüber habe das Unternehmen nun die Gewerkschaften informiert. Ein Firmensprecher sagte AFP, ein Teil der Stellenstreichungen werde noch vor dem 31. März 2004 erfolgen.
Kurzfristig sollten auch alle geplanten Investitionen überprüft werden, erklärte das Unternehmen weiter. Im Verlauf des neuen Geschäftsjahres werde allerdings die bereits erfolgte Erneuerung der Flugzeug-Flotte Kosteneinsparungen bringen. Gleichzeitig wolle KLM über neue Angebote den veränderten Kundenwünschen Rechnung tragen. Ob dies Preissenkungen wegen der massiven Konkurrenz durch Billigflieger bedeutet, ließ die Airline offen. Die Niederländer hatten sich erst Ende Jänner vom selbst gegründeten Billigflieger Buzz getrennt und diesen an Ryanair verkauft.
Keine Angaben über Ausmaß der Buchungsrückgänge
Angaben über das Ausmaß der Buchungsrückgänge wollte KLM nicht machen. Wie der Sprecher sagte, will das Unternehmen am Donnerstag entsprechende Zahlen für den März veröffentlichen. Der von KLM als Drehkreuz genutzte Flughafen Schipol hatte zu Wochenbeginn mitgeteilt, die Zahl der Passagiere, die nach Nahost flögen, sei seit Beginn des Irak-Krieges um 60 Prozent eingebrochen.
Im dritten Quartal (Oktober bis Dezember) des nun abgelaufenen Geschäftsjahres hatte KLM einen Verlust von 66 Mio. Euro geschrieben. Auch im vierten Quartal (Jänner bis März) scheint ein Verlust kaum zu vermeiden. Nach Angaben von KLM wird schon durch eine nach jahrelangem Streit mit Alitalia verhängte Geldbuße das Nettoergebnis im Zeitraum von Jänner bis März mit bis zu 180 Mio. Euro belasten. Die Strafe muss KLM nach Entscheidung eines Schiedsgerichtes zahlen, weil sie im April 2000 eine Allianz mit den Italienern platzen ließ.
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