Montag, 31. März 2003

Österreichs Pleiten: Zahl der Insolvenzen sinkt um 11%

  • Insolvenzen sanken im 1. Quartal auf 1.264 Fälle
  • Rekord in Europa im Jahr 2002: Knapp 241.000 Insolvenzen

Entspannung an der heimischen Insolvenz-Front: Trotz anhaltender Konjunkturflaute ist die Zahl der Firmenpleiten im ersten Quartal 2003 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,9 Prozent auf 1.264 Verfahren deutlich gesunken. Die Passiva schrumpften im Jahresabstand um 25,1 Prozent auf 374 Mio. Euro.

Bei den betroffenen Dienstnehmern gab es einen Rückgang um 11,1 Prozent auf 5.600 Personen gegenüber 6.300 Betroffenen vor einem Jahr. Dies geht aus der am Montag veröffentlichten vorläufigen Insolvenzstatistik des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV) hervor.

Von den 1.264 Gesamtpleiten wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahr 698 Insolvenzen eröffnet, das waren um 4,4 Prozent weniger als vor einem Jahr. Davon waren 11 Fälle Ausgleiche (minus 42,1 Prozent) und 687 Fälle Konkurse und Anschlusskonkurse (minus 3,4 Prozent). Die Zahl der mangels Masse abgewiesenen Konkurse nahm gegenüber dem Vorjahr um 17,9 Prozent ab. Die meisten Insolvenzverfahren waren in der Baubranche (265) und dem Gastgewerbe (188) festzustellen.

Regional gab es im ersten Quartal die meisten Pleiten in Wien mit 427 Fällen und 68 Mio. Euro Passiva, gefolgt von Oberösterreich mit 195 Fällen und 118 Mio. Euro Passiva sowie Niederösterreich mit 148 Pleiten (63 Mio. Euro). Der größte Fall war der Konkurs des Welser Unternehmens Obst Huber Fruchtimport GesmbH mit Verbindlichkeiten von 31,3 Mill. Euro, gefolgt von der EMTS Austria GesmbH (Wien) mit 15,0 Mio. Euro Passiva, der in Neudörfl ansässigen Wiener Verlag GesmbH (12,4 Mio. Euro), der Welser Firma Eudora GmbH (11,3 Mio. Euro) und dem Hörbranzer Unternehmen Berkmann Anlagenbau GmbH (8,2 Mio. Euro).

Bei den Privatkonkursen gab es einen Anstieg um 12,1 Prozent auf 997 Fälle gegenüber 889 Verfahren im Vorjahresquartal. "Explodiert" sind dabei die Insolvenzverbindlichkeiten, sie kletterten um 63,6 Prozent auf 102,4 Mio. Euro. Bei den mangels Masse abgewiesenen Konkursanträgen meldet der KSV ein Minus um 26,5 Prozent auf 122 Verfahren, die eröffneten Verfahren nahmen um 21,0 Prozent auf 875 Fälle zu.

31.3.2003 14:48