Daum zum 0:4: "Verarbeiten und richtig einordnen"
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Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft kommt nicht auf die Beine. Seit der WM-Teilnahme 1998 liefern Österreichs beste Kicker gegen die Top-Teams einen Offenbarungseid nach dem anderen ab, taumeln in regelmäßigen Abständen in ein sportliches k.o. Am Mittwoch war es in Prag wieder so weit. Das ÖFB-Team schlitterte in der EM-Qualifikation gegen Tschechien in ein 0:4-Debakel. Die Chance auf die erste EM-Teilnahme ist damit praktisch verspielt, mehr noch muss Teamchef Hans Krankl allerdings die Perspektivlosigkeit zu denken geben. Bedenklich ist auch der Umstand, dass nur San Marino eine höhere Niederlage (0:5 gegen Polen) hinnehmen musste als "Herzilein" & Co.
Mit Mandl, Flögel, Wagner, Scharner, Dospel und Linz stand ein halbes Dutzend Austria-Spieler in jenem Kader, mit dem Österreich am Mittwoch in Prag 0:4 verloren hat. Dass das violette Sextett dadurch einen moralischen Knacks erhalten haben und man diesen in der Fußball-Bundesliga am Samstag im Heimspiel gegen Schlusslicht Admira Mödling auch merken könnte, glaubt Christoph Daum nicht. "Solche Spiele und Resultate sind nicht erfreulich, doch wir müssen das verarbeiten und auch richtig einordnen", sagte der Deutsche.
"Fair und anständig" behandelt
Die Österreicher hätten einiges probiert, auch gut angefangen, doch dann habe man gesehen, dass noch einiges fehlt. "Andererseits muss man die Stärke des Gegners anerkennen, Österreich hat gegen eine der derzeit besten Mannschaften Europas verloren", stellte Daum nüchtern fest und fügte hinzu, dass die ÖFB-Akteure von den Medien am Donnerstag "fair und anständig" behandelt worden wären. Daher glaubt der Austria-Trainer auch nicht, dass Prag Nachwirkungen zeigen wird. "Die Spieler haben in der Liga ihr Bestleistung zu zeigen."
Schwächen schonungslos aufgedeckt
Freilich hat Tschechien deutliche Schwächen des österreichischen Fußballs, wie die Technik in hohem Tempo, schonungslos aufgedeckt. "Daran müssen wir arbeiten, gewisse Dinge aufholen. Das geschieht auch in den Vereinen", sieht sich Daum auch als Teil der "Entwicklungshilfe". Der österreichische Fußball habe noch einen sehr langen Weg zurückzulegen. "Wir Deutsche haben derzeit genauso eine schwierige Situation in Zeiten der Veränderungen", meint Daum, dem es nicht um Personen, sondern um die Sache geht.
"Auf den Schmäh kann ich verzichten"
"Hans Krankl versucht alles, um aus dem ihm zur Verfügung stehenden, kleinen Kreis an Spielern eine Mannschaft zu formen", sagt der Trainer, der den angeblich Vorwurf des ÖFB-Teamchefs, Dospel habe nur auf der Austria-Tribüne in Reihe 18 Platz, nicht näher kommentieren wollte. "Auf einen solchen Schmäh könnte man wirklich verzichten. Ich will mich nicht mit einem Idol anlegen. Krankl war ein Klasse-Spieler, ich respektiere ihn von der Leistung als Spieler und als Mensch", so Daum.
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