Titelverteidiger Frankreich am Weg zur EM
- Niederländer üben nach Sieg in Moldawien Selbstkritik
- Zyperns Teamchef Vukotic trat zurück
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Nach den Mittwoch-Spielen der Fußball-EM-Qualifikation sind mit Titelverteidiger Frankreich (Gruppe 1) und Senkrechtsrater Wales (Gruppe 9) nur noch zwei der insgesamt 50 Teams ohne Punkteverlust. Auch diesmal erlebten einige "Riesen" böse Überraschungen. So unterlag WM-Achtelfinalist Dänemark in Kopenhagen Bosnien-Herzegowina 0:2, Schottland musste sich in Litauen 0:1 geschlagen geben und Bulgarien (0:0 in Estland), Irland (0:0 in Albanien) sowie die Schweiz (0:0 in Georgien) mussten sich mit matten Nullnummern begnügen.
Die Situation in den einzelnen Gruppen:
GRUPPE 1: Titelverteidiger Frankreich steuert nach dem fünften Sieg im fünften Spiel unaufhaltsam der Endrunde entgegen, beeindruckt haben die "Blauen" aber beim 2:1 in Palermo gegen Israel keinesfalls. "Wo war das große Frankreich und das kleine Israel? Ich bin stolz", erklärte Israels Teamchef Abraham Grant. Sein französischer Kollege Jacques Santini konnte ihm nur zustimmen: "Eine glanzlose, um nicht zu sagen schlechte Leistung von unserer Seite." Für Zyperns Coach Momcilo Vukotic war die 1:4-Niederlage in Slowenien die Abschiedsvorstellung, Vukotic erklärte nach einjähriger Amtszeit den Rücktritt.
GRUPPE 2: Bosnien-Herzegowina hat mit dem überraschenden 2:0-Sieg in Dänemark das Rennen in dieser Gruppe verschärft. Der in Luxemburg 2:0 siegreiche Leader Norwegen (10) wird vom Trio Dänemark (7), Rumänien und Bosnien (beide 6) verfolgt. Der dänische Coach Morten Olsen nahm sein Team in Schutz und stellte sich nach der ersten Niederlage im "Parken-Stadion" seit März 1999 selbst an den Pranger: "Ich nehme die Niederlage auf meine Schultern. Ich habe nicht die richtige Aufstellung gewählt."
GRUPPE 3: In der Österreich-Gruppe kamen die Niederländer bei ihrem 2:1 in Moldawien mit einem blauen Auge davon. Der Schelte aus der Heimat konnten Seedorf, Kluivert, Van Nistelrooy und Co., die eigentlich die Tordifferenz aufpolieren wollten, aber nicht entkommen und auch an Selbstkritik mangelte es nicht. "Wir waren immer einen Schritt zu spät", meinte Coach Dick Advocaat und 1:1-Torschütze Ruud van Nistelrooy fügte hinzu: "Es gab fast keinen Unterschied zwischen Moldawien und uns." Die Moldawier sind am 7. Juni auswärts der nächste Gegner der ÖFB-Auswahl.
GRUPPE 4: Polen setzte sich mit einem 5:0-Kantersieg über San Marino an die Tabellen-Spitze, das spielfreie Lettland ist aber nur auf Grund der schlechteren Tordifferenz auf Platz zwei zu finden. WM-Achtelfinalist Schweden hat mit dem ersten Sieg im dritten Spiel (2:1 in Ungarn) seine Chance gewahrt, liegt aber derzeit nur auf Rang vier.
GRUPPE 5: Stinksauer war Schottlands Teamchef Berti Vogts nach der 0:1-Pleite in Litauen. "Unser Gegner hat nur auf einen Fehler gewartet und wir haben ihn dann gemacht", wies der Deutsche auf das entscheidenden Elfmeter-Foul seines Schützlings Jackie McNamara hin. Der umstrittene und vom österreichischen Referee Fritz Stuchlik verhängte Penalty wurde von Tomas Razanauskas verwandelt, Deutschland, Schottland und Litauen halten nun bei jeweils sieben Punkten. Die Litauer wollen nun nach den Sternen greifen. "Unser Ziel heißt Portugal", gab Teamchef Algimantas Liubinskas als Devise aus.
GRUPPE 6: Tabellenführer Spanien brauchte in Leon mehr als eine Stunde, um Armenien zu knacken, gewann aber schließlich sicher 3:0. Im Kampf um Platz zwei kündigt sich ein Duell zwischen der Ukraine und Griechenland an. Die Griechen siegten eine Woche nach dem 2:2 in Österreich 2:0 in Nordirland, die Nordiren sind somit seit acht Partien ohne Torerfolg.
GRUPPE 7: Im Schlager des Abends zwischen WM-Viertelfinalist England und dem WM-Dritten Türkei setzten sich die Briten mit einem bärenstarken Youngster Wayne Rooney, der erstmals von Beginn an spielen durfte, mit 2:0 durch und übernahmen die Tabellen-Spitze. Für die Engländer war es nach dem schwachen 2:0 in Liechtenstein, dem peinlichen 1:3 gegen Australien und dem mageren 2:2 gegen Mazedonien Balsam auf die Wunden. Die Treffer erzielten Vassell (75.) und Beckham (92./Elfer), der auf Grund einer Gelben Karte für das nächste Spiel gegen die Slowakei (4:0 gegen Liechtenstein) gesperrt ist.
GRUPPE 8: Bulgarien verlor seine blütenweiße Weste mit dem 0:0 in Estland, behielt aber dank drei Siegen in vier Partien die Tabellenführung. Die kroatische Mannschaft von Teamchef Otto Baric besiegte Andorra, einen der ganz wenigen übrig gebliebenden "Zwerge", 2:0 und kämpft derzeit mit Belgien um Platz zwei.
GRUPPE 10: Keine Tore und keine gravierenden Änderungen brachten die Gruppe-10-Partien Albanien - Irland und Georgien - Schweiz. Die Iren trafen zwar in Tirana ins Tor, der Kopfball-Treffer von Breen (85.) wurde aber wegen Abseits aberkannt. Schlusslicht Georgien trotzte Tabellenführer Schweiz ebenfalls ein 0:0 ab, Österreichs EM-Partner befindet sich aber im Gegensatz zur Krankl-Truppe auf einem guten Weg Richtung EM.
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