Krankl sieht kein Licht am Ende des Tunnels!
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Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft kommt nicht auf die Beine. Seit der WM-Teilnahme 1998 liefern Österreichs beste Kicker gegen die Top-Teams einen Offenbarungseid nach dem anderen ab, taumeln in regelmäßigen Abständen in ein sportliches k.o. Am Mittwoch war es in Prag wieder so weit. Das ÖFB-Team schlitterte in der EM-Qualifikation gegen Tschechien in ein 0:4-Debakel. Die Chance auf die erste EM-Teilnahme ist damit praktisch verspielt, mehr noch muss Teamchef Hans Krankl allerdings die Perspektivlosigkeit zu denken geben. Bedenklich ist auch der Umstand, dass nur San Marino eine höhere Niederlage (0:5 gegen Polen) hinnehmen musste als "Herzilein" & Co.
Ein Jahr lang hat Krankl eine Vielzahl von Spielern in seiner Auswahl getestet, nun hat er seinen Stamm gefunden. Und obwohl zehn Teamkandidaten wegen Verletzung oder fehlender Spielpraxis gefehlt haben, sind Gegenwart und auch Zukunft ernüchternd. "Wir haben den Unterschied der europäischen Spitze zum österreichischen Fußball gesehen, der war brutal. Die Qualität der Tschechen fehlt uns. Einige sind irgendwo in der Nähe dieser Qualität, andere werden vielleicht hinkommen, bei einigen fehlt sie", analysierte Krankl die Situation.
Schuld ist der Druck des Gegners
Doch er sieht keine Alternativen, den Vorwurf falscher Personalpolitik weist der Teamchef zurück. Hieblinger zum Beispiel hätte seine Sache nicht so schlecht gemacht, Koller trotzdem zwei Mal getroffen. Und der verletzte Wallner "hätte vielleicht einmal mehr aufs Tor geschossen". Das höhere Tempo, der ununterbrochene Druck erzwinge Fehler, und "irgendwann setzt sich die Klasse durch", sagt Krankl.
Krankl schaut in die Zukunft
Auch am 19-jährigen Pogatetz, so wie gegen Griechenland schon der Unsicherheitsfaktor auf der linken Seite, hält Krankl fest. "Ich nominiere die besten Spieler, das sind die besten. Pogatetz ist der beste auf dieser Position. Er war leicht überfordert, doch nur mit solchen Spielen kann er gut werden. Pogatetz, Wallner, vielleicht Linz, das ist unsere Zukunft", erklärte er.
Fehler liegen in der Vergangenheit?
Krankl ortet vielmehr in den Fehlern der Vergangenheit das Problem. Der 50-Jährige beklagt Nachwuchsarbeit und Legionärsschwemme in der Bundesliga. "Wo das Grundübel liegt, weiß jeder. Erstens haben wir zwei Jahrzehnte lang die Nachwuchsarbeit vernachlässigt. Jetzt versuchen wir es, besser zu machen. Aber das wird vielleicht erst in zehn Jahren, nicht in fünf. Und zweitens die Liga, das Niveau der Ausländer", so der Teamchef.
Keine dramatische Verbesserung
Viel eingreifen kann er nicht, meint er. "Glaubst du, die Bundesliga-Vereine horchen auf mich?" Daher gilt: "In naher Zukunft wird es keine dramatische Verbesserung geben. Wir müssen weiter hart arbeiten, versuchen, ob wir näher zur Spitze rücken können. Ob es gelingt, ist eine andere Frage. Wir müssen an den Stamm glauben, das tue ich", so Krankl.
Mandl verhinderte höhere Niederlage
Derzeit sind die Österreicher davon weit entfernt. Nach guten 20 Minuten brachen Herzog und Co. auseinander, Austria-Torhüter Mandl verhinderte in der zweiten Hälfte mit einigen guten Paraden eine Abfuhr, wie sie Krankls Vorgänger Herbert Prohaska (0:9 in Spanien) oder Otto Baric (jeweils 0:5 in Israel und der Türkei) kassiert haben. "Mandl hat drei Bälle gehalten, sonst wären wir dort, dann wäre ich auch dabei bei der Show", gestand er.
Nur San Marino hat höher verloren
Am Mittwoch bezog nur San Marino eine höhere Niederlage (0:5 gegen Polen) als das ÖFB-Team, selbst Andorra (0:2 in Kroatien), Luxemburg (0:2 gegen Norwegen) oder Armenien (0:3 in Spanien) zogen sich besser aus der Affäre. Von Sensationen, wie sie zuletzt Litauen oder oder Albanien geschafft haben, gar nicht zu sprechen. Krankl: "Wir müssen dorthin kommen, dass wir da und dort eine Überraschung schaffen. Aber das ändert nichts am Unterschied. Wir müssen schauen, dass wir gegen Weißrussland und Moldawien die Punkte holen."
Tschechien vs. Österreich 4:0 (2:0)
Sparta-Stadion von Prag, 17.150 Zuschauer, SR Antonio Jesus Lopez Nieto (ESP).
Torfolge: 1:0 (19.) Nedved; 2:0 (32.) Koller; 3:0 (56.) Jankulovski (Foul-Elfmeter); 4:0 (62.) Koller.
Tschechien: Cech - Grygera, Bolf, Ujfalusi, Jankulovski - Poborsky, Galasek, Nedved (73. Vachousek), Smicer (62. Rosicky) - Baros, Koller (79. Lokvenc)
Österreich: Mandl - Scharner, Stranzl, Hieblinger, Pogatetz - Schopp, Aufhauser, Flögel (46. Wagner), M. Weissenberger - Herzog (53. Kovacevic) - Haas (63. Dospel)
Rote Karte: Kovacevic (55., Torraub)
Gelbe Karten: Jankulovski bzw. Herzog, Hieblinger
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