Samstag, 5. April 2003

Gassner Überraschungssieger bei Lavanttal-Rallye

  • Erster Sieg eines Gruppe-N-Autos in der ÖM
  • Schwerer Unfall des Deutschen Alfons Wolfrum

Mit dem ersten Sieg eines Gruppe-N-Autos ist am Samstag überraschend die Pirelli-Lavanttal-Rallye in Wolfsberg zu Ende gegangen. Nachdem Ruben Zeltner schon in der SP 7 nach einem Unfall ausschied, blieb beim dritten Lauf zur T-Mobile-Rallyemeisterschaft auch der klar führende Favorit Raimund Baumschlager fünf Kilometer vor dem Ziel mit Motorschaden stehen. Damit war der Weg frei für den Deutschen Gruppe-N-Meister Hermann Gassner im Mitsubishi. Insgesamt 40.000 Besucher verfolgten die Rallye.

Das Finale war dramatisch: Raimund Baumschlager/Stefan Eichhorner lagen vor der letzten Sonderprüfung noch mit 1:31 Minuten vor Gassner in Führung. Alles rechnete mit einem Sieg des Rosenauers, doch es kam anders. "Fünf Kilometer vor dem Ziel hatte ich einen Motorschaden. Zuvor war es schon eine Zitterpartie, da der Starter des Mitsubishi mir einige Sorgen und eine Strafminute eingebracht hat. Ich bin ziemlich am Boden zerstört, da ich noch gehofft hatte, über die Prüfung zu kommen", sagte Baumschlager, der aber weiter in der ÖM führt.

Gassner feierte damit in einer Rallye ohne WRC-Autos einen überraschenden, aber verdienten Sieg, weil er die ganze Zeit über im Spitzenkampf vertreten war. Der Titelverteidiger in der Gruppe N siegte vor dem bisherigen Saison-Pechvogel Martin Zellhofer, bereits auf Platz drei landete Andreas Waldherr als bester VW-Dieselpilot. Der Kärntner Alfred Kramer war als Vierter bester Gruppe-A-Pilot. Beppo Harrach war der Einzige, der außer Baumschlager SP-Bestzeiten (2) fuhr, wurde nach viel Material-Pech aber nur Siebenter.

Die Rallye wurde ihrem Ruf als schwierigster Lauf in Österreich mehr als gerecht. Es gab zahlreiche Ausritte und Unfälle, die teilweise glimpflich, teilweise aber auch im Spital endeten. Am Schwersten erwischte es dabei auf der SP 6 das Deutsche Challenge Duo Alfons Wolfrum/Jürgen Mittlmeier auf Ford Sierra Cosworth. Wolfrum erlitt ein Schädel-Hirn- und Bauch-Trauma und wurde mit Verdacht auf Schädelbasisbruch nach Graz geflogen. Sein Beifahrer erlitt eine Rissquetschwunde und kam ins Krankenhaus nach Wolfsberg.

Dort landete auch Fiat-Stilo-Pilot Christian Mrlik nach einem Unfall auf der SP 3 mit einem Bruch des ersten Lendenwirbels. Er wurde von Kärnten ins Krankenhaus Horn überstellt. Beifahrer Rene Patzl erlitt dabei eine Rissquetschwunde im Genitalbereich. Die Ausritte bzw. Überschläge von Ruben Zeltner, Michael Böhm, Walter Kovar, Seppi Stigler, Andreas Hulak und Bernd Krämer verliefen glimpflich, außer beträchtlichem Fahrzeugschaden gab es keine Verletzten.

5.4.2003 13:27