Samstag, 5. April 2003

Japaner Katoh nach Unfall weiter im Koma

  • Kritik von Rossi an gefährlicher Strecke in Suzuka
  • Weltmeister Rossi gewann Rennen

Der japanische Motorrad-Pilot Daijiro Kato lag 48 Stunden nach seinem schweren Unfall beim GP von Japan in Suzuka weiter im Koma. Der Zustand des 26-Jährigen, der mit schweren Verletzungen am Kopf, Brustkorb und der Wirbelsäule in die Klinik nach Yokkaichi geflogen worden war, ist nach Angaben von Verantwortlichen seines Rennteams weiter kritisch.

Katoh war am Sonntag beim GP von Japan mit seiner Honda bei fast 200 km/h gegen eine Begrenzungsmauer gekracht und hatte dabei schwerste Kopf- Brust und Nackenverletzungen erlitten. Die Unfallursache ist immer noch ungeklärt. "Es sah so aus als ob er vor dem Crash mit einem anderen Fahrer zusammengestoßen ist", sagte Tohru Ukawa, der sich unmittelbar hinter Katoh befunden hatte. Weltmeister Valentino Rossi hat die japanische GP-Strecke mittlerweile zum wiederholten Mal als "zu gefährlich" bezeichnet und will einen Protestbrief an die Organisatoren schicken.

Souveräner Sieg von Rossi
Seine Extraklasse bewies Valentino Rossi in der MotoGP-Klasse. Der Weltmeister führte nach einem anfänglichen Match mit dem Ducati-Piloten Loris Capirossi ab der fünften Runde und gewann sechs Sekunden vor seinem Markenkollegen Max Biaggi. Unmittelbar nach dem Ziel ging ihm der Benzin aus, den Weg zurück nahm er als "Anhalter". Er hat bei 109 GP-Starts nun bereits 51 Mal gewonnen. "Aber nach dem was mit Katoh passiert ist, ist alles andere unwichtig", sagte Rossi.

Während Ducati nach 37-jähriger Abwesenheit mit dem von Platz 15 gestarteten Capirossi auf Platz drei und Troy Bayliss auf Rang fünf ein glänzendes WM-Comeback gelang, verlief der WM-Einstieg von KTM in der 125er-Klasse dürftig. Weltmeister Arnaud Vincent fiel schon nach drei Runden wegen eines kaputten Kolbenrings aus, Roberto Locatelli wurde 23. "Da wartet eine Menge Arbeit auf uns, aber wir bewegen uns in die richtige Richtung", sagte Teammanager Harald Bartol.

"Das ist wie Krieg"
Das Rennen selbst war geprägt von zum Teil wahnwitzigen Manövern. "Das war wie Krieg, vor allem was Perugini, Giansanti und Cecchinello da veranstaltet haben", beschrieb der Deutsche Steve Jenkner, der als Dritter überraschte, das Renngeschehen.

In der Viertelliter-Klasse gelang dem früheren 125er-Weltmeister Manuel Poggiali ein perfektes Debüt. Der 20-Jährige aus San Marino, der mit 15 Jahren seinen ersten Motorrad-GP bestritten hat, gewann sensationell von Platz 23 aus.

5.4.2003 12:05