Wird Irak aus IOC ausgeschlossen?
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, schließt einen Ausschluss des Irak aus dem IOC nicht aus. "Wenn es Beweise für Verstöße gibt, werden wir das tun", erklärte der Belgier am Dienstag in einem Interview von inforadio Berlin-Brandenburg. "Wir untersuchen im Moment die Vorwürfe gegen das NOK des Irak, und ich erwarte die Ergebnisse dieser Untersuchung schon bald, und dann werden wir, falls erforderlich, so handeln, wie wir es bereits in der Vergangenheit getan haben."
Rogge ging damit darauf ein, dass Udai Hussein, ein Sohn von Irak-Diktator Saddam Hussein, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) des Irak ist. Der IOC-Präsident unterstrich zwar, die Wahl eines NOK-Präsidenten liege außerhalb der Macht des IOC und sei eine vollständig autonome Entscheidung des betreffenden Landes, "wenn allerdings das Verhalten eines Nationalen Olympischen Komitees nicht mit den olympischen Werten vereinbar ist, dann handeln wir natürlich".
Zwar könne das IOC nicht sagen, derjenige oder diejenige müsse von jemand anderem ersetzt werden. Aber das IOC könne einem NOK die Anerkennung verweigern. Dies habe das IOC bei Afghanistan praktiziert, weil die damalige Taliban-Regierung Frauen die Ausübung von Sport verboten hatte. Auch Südafrika sei viele Jahre wegen der von der weißen Regierung praktizierten rassistischen Apartheidpolitik aus dem IOC ausgeschlossen gewesen.
Zum Irak-Krieg und der Frage, ob die USA unter dem Dach der Vereinten Nationen hätten bleiben sollen, meinte der IOC-Präsident: "Das ist eine politische Diskussion, an der ich mich nicht beteiligen sollte und auch nicht beteiligen werde." Das müsse von Politikern diskutiert werden.
"Der Sport sagt, wir hoffen, dass so schnell wie möglich wieder Friede geschaffen wird", betonte Rogge, der das IOC als "im Grunde eine Friedensbewegung" bezeichnete, weil der Sport Menschen aus allen Kulturen, Religionen, ethnischen Gruppen und Ländern zusammen bringe. Dies werde am besten durch die Olympischen Spiele und das Olympische Dorf symbolisiert. Allerdings könne niemand von einer Sportbewegung erwarten, dass sie "wirklichen Einfluss auf die politische Welt hat. Das geht über unsere Möglichkeiten hinaus."
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