Samstag, 5. April 2003

Al Jazeera: US-Luftangriffe auf Mosul im Nordirak

  • Schwarze Rauchsäulen über der Stadt

Kampfflugzeuge der US-geführten Streitkräfte haben am Montagmorgen nach TV-Berichten die nordirakische Stadt Mosul und ihre Außenbezirke bombardiert. Mehrere Viertel der Stadt seien seit Tagesanbruch aus der Luft angegriffen worden, berichtete der Korrespondent des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera. Über die Ziele der Angriffe wurde zunächst nichts bekannt.

Der Sender zeigte Live-Bilder von schwarzen Rauchsäulen über der Stadt. Nach Angaben des Korrespondenten begannen Kämpfer der regierenden Baath-Partei am Vortag mit der Errichtung von Straßensperren an den Eingängen und im Innern der Stadt.

Wieder Tote durch "friendly fire"
US-Kampfflugzeuge haben am Sonntag im Norden des Irak eine Fahrzeugkolonne versehentlich bombardiert, in der sich kurdische Kämpfer und Zivilisten sowie US-Spezialeinheiten befanden. BBC-Korrespondent John Simpson, der die Kolonne begleitete, wurde verletzt. "Dies ist ein Anblick der Hölle", sagte er gegenüber BBC News 24 am Sonntag. Um ihn herum würden brennende Körper liegen. Es habe zwischen 10 und 12 Tote gegeben. "Die Amerikaner haben hier wirklich ein sehr schreckliches Eigentor geschossen", sagte Simpson.

Kurden marschieren vor
Kurdische Peschmerga-Kämpfer haben am Sonntag nach eigenen Angaben die Stadt Ain Sifni 45 Kilometer nordöstlich von Mosul im Nord-Irak erobert. Auch an anderen Orten rücken die von den USA mit massiven Luftangriffen unterstützten Kurden vor.

Peschmerga-Kommandant Babekir Zebari teilte mit, in dem Gefecht mit den irakischen Truppen sei ein Kurde getötet worden. "Wir sind um 07.00 Uhr in die Stadt vorgerückt und hatten sie bis 09.00 Uhr unter unserer Kontrolle", sagte Zebari. Die USA haben eine kleine Truppe in den Nord-Irak verlegt, die mit Hilfe der kurdischen Kämpfer eine zweite Front im Irak-Krieg aufbauen soll. Am Samstag rückten die US-Einheiten und die kurdischen Kämpfer auf die Ölstädte Mosul und Kirkuk vor.

5.4.2003 16:03