Samstag, 5. April 2003

Spidla: Tschechien nicht Bestandteil der Kriegskoalition

  • "Die Tschechische Republik greift den Irak nicht an"
  • Tschechien leitet nur humanitäre Hilfe

Der tschechische Ministerpräsident Vladimir Spidla, dessen Land in Kuwait eine ABC-Abwehreinheit hat und nun ein Feldhospital in den Irak entsenden will, beharrt darauf, dass Tschechien nicht der kriegführenden Koalition angehört. "Die Tschechische Republik ist nicht Bestandteil der Kriegskoalition", betonte Spidla am heutigen Samstag im Tschechischen Fernsehen.

Die tschechische Regierung biete den Vereinigten Staaten jedoch eine Unterstützung - genauso wie beispielsweise Deutschland oder Frankreich - auf Grund einer Abstimmung im Parlament. Diese bestehe aus der Genehmigung von Überflügen für Flugzeuge, des Transits und Aufenthaltes für Truppen. Auf keinen Fall sei Tschechien aber Bestandteil der Kriegskoalition. "Die Tschechische Republik greift den Irak nicht an. Dies ist, denke ich, völlig klar", betonte Spidla und fügte hinzu, seine Regierung habe es nicht für richtig gehalten, sich an einer derartigen Aktion zu beteiligen, weil es kein neues Mandat der UNO gegeben habe.

Rein humanitäre Hilfe im Irak
Einen Widerspruch zwischen der Irak-Resolution des Parteitages seiner Sozialdemokratie (CSSD) am vergangenen Wochenende, in der der Krieg als "nicht unausweichlich" verurteilt worden war, und der offiziellen Haltung der Regierung sieht Spidla nicht. "Der Beschluss des CSSD-Parteitages geht nicht in die Richtung der Regierung", meinte Spidla, der sich auf dem Parteitag der Stimme enthalten hatte.

Spidla verteidigte die geplante Entsendung des tschechischen militärischen Feldhospitals in den Irak. "Die Lage im Süden des Irak ist aus humanitärer Sicht katastrophal. Es gibt keinen effektiveren Weg, als das militärische Hospital dorthin zu entsenden, das im Stande ist, 160 Leute täglich zu behandeln", betonte Spidla.

5.4.2003 14:19