Irak kündigt "unkonventionellen" Angriff an
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Bagdads Saddam-Flughafen ist in US-Händen? Bagdad ist umstellt? Alles falsch, sagt der Irak. Und er droht den US-Soldaten vor seiner Hauptstadt: Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf kündigte einen "unkonventionellen" Angriff, eine "Märtyrer-Operation" an. Massenvernichtungswaffen sollten allerdings nicht zum Einsatz kommen. Machthaber Saddam Hussein rief sein Volk gleichzeitig in einer neuen TV-Ansprache zum Widerstand auf.
Die US-Soldaten auf dem Flughafengelände außerhalb der Hauptstadt seien von irakischen Truppen umzingelt und isoliert. "Wenn sie sich nicht schnell ergeben, haben sie keine Chance zu überleben." Sahhaf forderte deshalb die US-Einheiten auf, sich zu ergeben. Sie hätten keine Chance, lebend herauszukommen. Die Amerikaner und Briten bezeichnete er auf Arabisch als "Bastarde". Der Übersetzer schwächte diese Beschimpfung jedoch auf das englische "villains" (Schurken) ab. Nach Darstellung des irakischen Ministers sind US-Einheiten auch im Süden und Westen des Landes isoliert worden. Sahhaf sagte, es seien Panzer zerstört und Soldaten getötet worden.
Nach Angaben eines US-Offiziers haben amerikanische Truppen in einem Industriebetrieb südlich von Bagdad Tausende Kisten mit einem verdächtigen weißen Pulver und Dokumente über chemische Waffen gefunden. Auch das Nervengas-Gegenmittel Atropin sei entdeckt worden, sagte Oberst John Peabody. Bei dem Pulver handelt es sich nach ersten Untersuchungen offenbar lediglich um Sprengstoff, wie ein hoher Regierungsbeamter in Washington sagte. Die Suche in dem riesigen Industriekomplex nach möglichen Massenvernichtungswaffen sei jedoch noch im Gang, erklärte der Gewährsmann.
UN-Chefinspektor Hans Blix äußerte unterdessen die Ansicht, dass es den amerikanischen und britischen Soldaten eher gelingen werde, im Irak vermutete Massenvernichtungswaffen zu finden als seinen Kontrolloren. "Wenn es solche Waffen wirklich gibt, werden sie die Soldaten mit Sicherheit finden", sagte Blix in einem Seminar über die Zukunft Iraks in Stockholm. Er begründete dies damit, dass die Wissenschaftler nach einem Sturz des Regimes von Saddam Hussein eher bereit sein würden, ihr Wissen preiszugeben. Blix kritisierte zugleich den Krieg gegen Irak und zeigte sich enttäuscht, dass die USA den UN-Kontrolleuren nicht mehr Zeit für ihre Arbeit gelassen hätten.
Saddam ruft Volk zu Widerstand auf
Der irakische Diktator Saddam Hussein ist Freitag Abend neuerlich im irakischen Fernsehen aufgetreten. In einer Rede rief Hussein die Bevölkerung Bagdads zum Widerstand gegen die "Agressoren" auf. Das irakische Volk müsse zu den Prinzipien Patriotismus und Ehre stehen, forderte Saddam. "Der Feind hat die Standhaftigkeit des irakischen Volkes nicht erschüttert."
Kurz später zeigte das irakische TV Hussein auch noch inmitten von jubelnden Einwohnern Bagdads gezeigt. Der US-Fernsehsender CNN strahlte die vom irakischen Fernsehen veröffentlichten Videoaufnahmen von eher mäßiger technischer Qualität aus. Es war vorerst nicht klar, wann die Aufnahmen entstanden. Laut irakischem Fernsehen soll Saddam am Freitag ein von den Alliierten bombardiertes Wohngebiet besucht haben.
CNN: Nach Angriffsbeginn aufgenommen
Nach US-Medieninformationen wurde die Fernsehbotschaft Saddams wahrscheinlich nach dem Beginn des Irak-Krieges aufgezeichnet worden. Das berichtete der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Experten. So erwähne Saddam den Abschuss eines US-Hubschraubers, der kurz nach Beginn des Krieges angeblich einem irakischen Bauern gelungen war, als Beispiel für den Widerstand gegen die Koalitionstruppen.
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