Donnerstag, 3. April 2003

Verbaler Schlagabtausch zwischen den Kriegsparteien

  • USA optimistisch, GB: "Irak-Krieg noch lange nicht zu Ende"
  • Irak wirft Alliierten Behinderung von humanitärer Hilfe vor

Die laufenden Kämpfe auf den Schlachtfeldern im Irak können und wollen Politiker kaum beeinflussen, die öffentliche Meinung wird jedoch kräftig bearbeitet. Immer wieder gibt es neue Wortmeldungen der Kriegsparteien, deren Inhalte periodisch wiederkehren: Eigene Erfolge, gegnerische Gräueltaten und Antworten auf die jeweiligen Aussagen der anderen Seite. So geschehen auch am Donnerstag ...

Bush: "Befinden uns auf den letzten Metern"
Die alliierten Streitkräfte im Irak werden sich nach den Worten von US-Präsident George W. Bush "durch nichts" davon abhalten lassen, den Krieg bis zum Fall des Regimes von Saddam Hussein weiterzuführen. "Wir werden erst aufhören, wenn der Irak frei ist", sagte Bush am Donnerstag bei einem Besuch auf dem Militärstützpunkt Camp Lejeune im US-Bundesstaat North Carolina. "Was wir begonnen haben, werden wir zu Ende führen."

US-General weiterhin optimistisch
Die US-Streitkräfte gehen "vorsichtig optimistisch" in den Kampf um Bagdad. Das sagte General Vincent Brooks vom US-Zentralkommando am Donnerstag in Doha (Katar). Er fügte hinzu, man könne allerdings den weiteren Fortgang der Kämpfe nicht konkret voraussagen. "Sicherlich liegen noch schwere Kämpfe vor uns", unterstrich der General. "Der Krieg ist noch nicht vorbei. Wir sollten nüchtern an die kommenden Aufgaben herangehen, und das tun wir."

Großbritannien weit zurückhaltender
Trotz des schnellen Vorstoßes der von den USA geführten Truppen nach Bagdad ist der Irak-Krieg nach den Worten des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon noch lange nicht zu Ende. Schnelle Fortschritte bedeuteten noch nicht, dass sich der Feldzug seiner abschließenden Phase nähere, sagte Hoon am Donnerstag vor dem britischen Parlament. "Unterschätzen Sie nicht die Aufgabe, die vor unseren Soldaten steht, oder die Zeit, die es brauchen wird, um sie zu erfüllen." Die Invasionstruppen hatten zuvor berichtet, einzelne Einheiten stünden inzwischen nur noch zehn Kilometer vor der Stadtgrenze Bagdads unmittelbar vor dem Flughafen.

Irak: Alliierte behindern humanitäre Hilfe
Die irakische Führung hat den Alliierten vorgeworfen, sie verhinderten die Verteilung von Lebensmitteln an die irakische Bevölkerung. Dies betreffe vor allem die Städte Basra und Nassiriyah, sagte Handelsminister Mohammed Mahdi Salih am Donnerstag in einem Interview mit dem arabischen TV-Sender El Arabija in Bagdad. Auf eine Frage nach dem Schicksal von Präsident Saddam Hussein, gab der Minister keine konkrete Antwort.

3.4.2003 16:15