Dienstag, 1. April 2003

Ex-UNO-Koordinator erwartet härteren Widerstand

  • Sponeck: Befürchtungen der westlichen Welt sind eingetreten

Der ehemalige UNO-Koordinator für den Irak, Hans von Sponeck, erwartet noch stärkeren Widerstand der irakischen Bevölkerung gegen die Invasionstruppen. Die Menschen seien verbittert über die jüngsten Zwischenfälle mit zivilen Toten, sagte Sponeck am Dienstag dem WDR. "All das, was viele in der westlichen Welt befürchtet haben, ist jetzt eingetreten."

Der Vormarsch gerate ins Stocken, die Art des Widerstands habe sich geändert, es gebe Terrorakte. Für die Bevölkerung werde es immer gefährlicher, sagte Sponeck mit Hinweis auf den "schlimmen Zwischenfall" an einem Kontrollpunkt bei Najaf, wo mindestens sieben Frauen und Kinder getötet wurden. "Ich glaube, das wird jetzt so weitergehen", sagte er. Denn der anfängliche Versuch, die Bevölkerung zu schonen, weiche immer mehr der Erkenntnis, "dass man hier einen sehr viel härteren Gegner auf allen Ebenen hat".

Die Amerikaner und Briten hätten den Widerstand unterschätzt, meinte Sponeck. Offenbar seien sie von Exil-Irakern irregeführt worden und hätten sich ein falsches Bild von der Lage im Land gemacht. Die Schiiten im Süden hätten sich nicht erhoben und würden das auch nicht tun.

1.4.2003 13:51