Erschossene Flüchtlinge hatten Schutz bei USA gesucht
- US-Offizier entschuldigt sich für Tod irakischer Zivilisten
- Feuer auf Kleinbus eröffnet - US-Quellen geben 7 Tote an

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Eigentlich wollten sie bei den US-Truppen Schutz suchen, sie fanden jedoch den Tod. Jene irakische Flüchtlingsfamilie, die am Montag an einem Kontrollposten von US-Soldaten unter Feuer genommen worden war, hatte einem US-Flugblatt vertraut und sich in Sicherheit bringen wollen.
Ein Überlebender sagte am Mittwoch einem Reporter der US-Mediengruppe Knight Ridder, seine Familie habe einem Flugblatt vertraut, das von einem amerikanischen Hubschrauber abgeworfen worden sei und ihnen Sicherheit versprochen habe. Deshalb hätten sie zu den US-Truppen zu fliehen versucht.
Der Überlebende Bakhat Hassan sagte, er habe zwei Töchter von zwei und fünf Jahren, einen dreijährigen Sohn, seine Eltern, zwei ältere Brüder, deren Frauen und zwei Nichten im Alter von 12 und 15 Jahren verloren. An einem ersten Kontrollpunkt der US-Streitkräfte sei ihr Kleinbus noch von Soldaten durchgewunken worden. Als sie sich dann dem Kontrollpunkt 40 Kilometer südlich von Kerbala genähert hätten, hätten sie den Soldaten zugewunken. Diese hätten aber zu schießen begonnen, sagte Hassan. "Ich sah, wie die Köpfe meiner beiden kleinen Mädchen abgerissen wurden", sagte Hassans Frau Lamea.
Die US-Streitkräfte haben die Zahl der Toten mit sieben angegeben. Journalisten vor Ort berichteten aber von zehn Toten. Hassans Vater erlag später als Elfter seinen Verletzungen im Krankenhaus.
US-Generalstabschef entschuldigt sich
US-Generalstabschef Richard Myers hat sich am Dienstag bei den Hinterbliebenen der sieben von US-Soldaten an einem Kontrollposten erschossenen irakischen Zivilisten entschuldigt. "Der Verlust jeden unschuldigen Lebens ist wirklich tragisch", sagte Myers in Washington. "Ich möchte den Familien der Iraker, die gestern bei Najaf getötet wurden, mein Beileid aussprechen."
Zugleich wies der General der irakischen Regierung eine Mitschuld an dem Zwischenfall zu: "Das von dem Regime im Irak erzeugte Klima hat mit zu diesem Vorfall beigetragen." Die irakische Führung verletze "andauernd die internationalen Gesetze der Kriegsführung". Die US-Regierung versuche dennoch alles, um zivile Leben zu schonen.
Soldaten verhielten sich "vorschriftsgemäß"
Die an dem Kontrollpunkt eingesetzten Soldaten gehörten der 3. Infanteriedivision an, die bei einem Selbstmordanschlag am vergangenen Samstag rund 30 Kilometer weiter nördlich vier Soldaten verlor. Die Soldaten hätten sich "vorschriftsgemäß" verhalten, erklärte das US-Oberkommando Mitte.
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