Montag, 31. März 2003

Britische Soldaten: Schwere Vorwürfe gegen USA

  • US-Kampfpilot als "Cowboy" bezeichnet

Der Kamerad eines durch "friendly fire" getöteten britischen Soldaten hat schwere Vorwürfe gegen den dafür verantwortlichen US-Kampfpiloten erhoben. "Er hatte absolut keine Achtung für menschliches Leben. Ich glaube, er war ein Cowboy, der einen draufmachen wollte", sagte Steven Gerrard, der den irrtümlichen Angriff aus den eigenen Reihen verletzt überlebte, der Londoner Zeitung "The Times" (Montagsausgabe).

Der 33-jährige Obergefreite äußerte auf dem britischen Lazarettschiff Argus im Persischen Golf zu dem Zwischenfall. Bei dem Vorfall am Freitag hatte ein US-Kampfflugzeug vom Typ A-10 nahe der südirakischen Stadt Basra auf zwei gepanzerte Fahrzeuge gefeuert. Dabei kam ein britischer Soldat ums Leben. Er sei dazu ausgebildet worden, sein Fahrzeug vor feindlichem Beschuss zu bewahren, sagte Gerrard. "Wozu ich nicht ausgebildet bin, ist mich vor Beschuss durch Amerikaner zu schützen."

Scharfe Kritik übte der britische Soldat an seinem US-Verbündeten auch deswegen, weil sich zum Zeitpunkt des Luftangriffs zahlreiche Zivilisten bei den Panzerfahrzeugen befunden hätten. "Da war ein zwölfjähriger Junge nur 20 Meter entfernt", erinnert sich Gerrard. Drei der bei dem Angriff verletzten britischen Soldaten, unter ihnen auch Gerrard, wurden am Sonntag in ihre Heimat zurückgeflogen. Einer von ihnen, Alex MacEwen, zeigte sich erleichert über seine Rückkehr aus dem Kriegsgebiet. "Nach allem, was passiert ist, bin ich froh, wieder zuhause zu sein." Vor einem Angriff durch Verbündete hätten ihn seine Angehörigen und Freunde vor seinem Einsatz gewarnt: "Mach' dir keine Sorgen wegen der Iraker, es sind die Amerikaner, auf die du achtgeben musst."

31.3.2003 13:26