Entführung einer kubanischen Fähre unblutig beendet
- Kidnapper überwältigt
- Geiseln nach Angaben der Regierung unverletzt befreit

Die kubanische Regierung hat die Entführung einer Fähre mit Gewalt beendet. Die Regierung in Havanna erklärte am Freitag, Sicherheitskräfte hätten die Kidnapper überwältigt und die fast 50 Geiseln befreit. In einer im staatlichen Fernsehen verlesenen Erklärung hieß es, bei der Rettung Donnerstag Nachmittag habe niemand auf dem Boot "auch nur einen Kratzer" erlitten. Die Kidnapper hatten das Boot am Mittwochvormittag in ihre Gewalt gebracht, um die Einreise in die USA zu erzwingen.
Die in internationalen Gewässern entführte Fähre war nach Verhandlungen mit kubanischen Regierungsvertretern am Donnerstag nach Kuba zurückgekehrt und hatte seither im Hafen von Mariel gelegen, westlich von Havanna. Der kubanische Staatschef Fidel Castro hatte sich am Donnerstag persönlich in die Verhandlungen mit den Entführern eingeschaltet. Er begab sich nach der Ankunft der Fähre nach Mariel, kehrte später aber wieder nach Havanna zurück. Einzelheiten über die Verhandlungen wurden nicht mitgeteilt.
In einer im Fernsehen verlesenen Erklärung hieß es, die Regierung werde notfalls mit Gewalt gegen die Geiselnehmer vorgehen. Sie waren angeblich mit Pistolen und Messern bewaffnet. Die Fähre verkehrt zwischen der kubanischen Hauptstadt und den auf der anderen Seite der Bucht von Havanna gelegenen Ortschaften Casablanca und Regla.
Erst am Dienstag war ein kubanisches Passagierflugzeug auf die zu Florida gehörende Insel Key West entführt worden. Der Entführer ergab sich nach der Landung den amerikanischen Behörden. Verletzte gab es nicht. Im vergangenen Monat hatten sechs Männer eine andere Maschine zur Landung in Key West gezwungen.
Angesichts dieser jüngsten Entführungsfälle in Kuba mit Ziel USA warnte der ranghöchste US-Diplomat in Havanna die Bevölkerung in einer bisher beispiellosen Erklärung vor weiteren derartigen Aktionen. Die am Mittwochabend im staatlichen Fernsehen verlesene Erklärung des Leiters der US-Interessenvertretung, James Cason, drohte potenziellen Entführern mit Strafverfolgung in den USA.
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