Mittwoch, 2. April 2003

SARS-Angst: WHO rät von Reisen nach Hongkong ab!

  • Weltweit 1.900 Infizierte in 22 Ländern, 1 Fall in Deutschland
  • INFO: Was ist SARS? PLUS: Info-Hotline in Österreich (Kasten)

Die Angst vor der neuen Todes-Seuche SARS löst teilweise drakonische Maßnahmen aus: In Thaliand müssen Touristen aus bestimmten Ländern Atemmasken tragen (Kasten rechts)! Weltweit gibt es 1.900 Infizierte in 22 Ländern. Bisher sind 80 Personen gestorben, allein 43 davon auf dem chinesischen Festland und 16 in Hongkong. Die Krankheit hat sich - offenbar von Guangdong aus - in mehr als ein Dutzend Länder ausgebreitet. Jetzt warnt die Weltgesundheitsorganisation offiziell vor Reisen nach Hongkong und in die südchinesische Provinz Guangdong (Kanton)! Es ist das erste Mal, dass sich die WHO zu so einem drastischen Schritt entschlossen hat.

SARS-Infizierte in 22 Ländern
In den USA sind mindestens 72 Menschen mit SARS infiziert. Am stärksten betroffen ist mit 16 Fällen Kalifornien, wie die Gesundheitsbehörde CDC in Los Angeles mitteilte. Im Bundesstaat New York sind es elf Fälle. Alle Betroffenen hätten Verbindungen nach Asien, sagte eine CDC-Sprecherin. Mehr als 1.900 Menschen sind nach WHO-Angaben mit SARS infiziert. In Deutschland wurde bisher ein Fall bekannt.

Warnung soll SARS-Ausbreitung vorbeugen
Ein WHO-Sprecher in Genf begründete die Entscheidung damit, dass sich mindestens neun ausländische Geschäftsleute bei einem Besuch in Hongkong mit dem Schweren Akuten Atemwegsyndrom (SARS) infiziert hätten und krank in ihr Heimatland zurückgekommen seien. Einer solchen Ausbreitung gelte es vorzubeugen.

WHO warnt erstmals dezidiert vor Reisen!
"Es ist das erste Mal, dass wir Reisende zur Meidung bestimmter Gegenden aufrufen, weil wir keinen Impfstoff und kein Medikament für die dort grassierende Krankheit haben", erklärte der WHO-Direktor für Infektionskrankheiten, David Heymann. Bisher hatte die WHO lediglich geraten, bei Reisen in die betroffenen Gebiete auf etwaige Krankheitssymptome zu achten und bei einschlägigen Anzeichen sofort einen Arzt aufzusuchen. Mehrere Länder haben ihren Staatsbürgern schon geraten, die Region zu meiden. Die meisten verlassen sich jedoch auf die Empfehlungen der WHO.

Experte: SARS hat Höhepunkt noch nicht erreicht
Die Ausbreitung der lebensgefährlichen Lungenentzündung SARS ist nach Einschätzung eines Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht am Gipfel. "Ich glaube nicht, dass das Problem international bereits seinen Höhepunkt erreicht hat", sagte der WHO-Seuchenexperte Robert Breiman am Mittwoch vor Journalisten in Peking.

Es sei wichtig, die südchinesische Provinz Guangdong zu besuchen und dort die Ausbreitung der Lungenkrankheit zu untersuchen, betonte der Fachmann. Das Land hat den WHO-Experten am Mittwoch die Erlaubnis erteilt, nach Südchina zu reisen.

2.4.2003 09:54