Dienstag, 1. April 2003

Entwarnung: SARS-Verdacht in Kalifornien unbegründet

  • American Airlines-Maschine kam aus Tokio
  • SARS läßt Asiens Wirtschaft zittern (Kasten rechts)!

Der Verdacht auf die gefährliche Lungenkrankheit SARS an Bord eines aus Tokio kommenden amerikanischen Flugzeuges hat sich als unbegründet erwiesen. Keiner der fünf Insassen, die entsprechende Symptome zeigten, ist am Schweren Akuten Atemwegssyndrom (SARS) erkrankt. Die Maschine der US-Gesellschaft American Airlines war am Dienstag auf dem Flughafen von San Jose in Kalifornien vorübergehend unter Quarantäne gestellt worden.

Wie das Gesundheitsamt von San Jose mitteilte, klagten zwei Besatzungsmitglieder und zwei Passagiere über Symptome, wie sie bei der Lungenerkrankung auftreten. Die vier wurden zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Maschine wurde auf der Rollbahn noch vor Erreichen des Flugsteigs gestoppt. Krankenwagen fuhren in der Nähe des Flugzeugs auf. Die 125 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder warteten an Bord auf das weitere Vorgehen.

Keine SARS-Epidemie in Deutschland
Der Leipziger Infektionsexperte Bernhard Ruf schloss für Deutschland eine SARS-Epidemie aus. Die deutschen Krankenhäuser seien gut vorbereitet, sagte Ruf am Dienstag in der ARD. Es werde zwar eingeschleppte Fälle der Lungenentzündung geben, aber zu keinen "epidemischen Zuständen wie in Hongkong" kommen. Ruf riet von Reisen in die besonders gefährlichen Gebiete in Asien wie Hongkong oder Singapur ab.

Weltwirtschaftsforum abgesagt
Das Weltwirtschaftsforum hat am Dienstag aus Angst vor der asiatischen Lungenentzündung SARS eine große Konferenz mit 500 Spitzenleuten aus Politik und Wirtschaft in Peking abgesagt. Die chinesische Gesundheitsbehörde erließ vorbeugende Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit in chinesischen Krankenhäusern. Reisebüros in China beklagen Absagen von Reisegruppen.

Das Weltwirtschaftsforum verschob seine Konferenz in Peking auf einen unbestimmten Termin im September oder Oktober, um "unnötige Risiken zu vermeiden", wie Fon Mathuros vom Organisationsteam mitteilte. Auf dem "China Business Summit 2003" sollte am 14. und 15. April über die Herausforderungen und Gelegenheiten für Chinas neue Regierung diskutiert werden.

Es war das erste Mal, dass das Treffen des im Schweizer Davos beheimateten Forums mit der Welthandelsorganisation (WTO) und der UN- Handelsorganisation (UNCTAD) veranstaltet werden sollte. Zuvor waren in Peking bereits die Eishockeyweltmeisterschaft der Frauen, Konzerte sowie ein internationales Rugby-Turnier abgesagt worden. Auch immer mehr Touristen bleiben fern.

1.4.2003 10:59