SARS forderte bereits 59 Todesopfer weltweit
- 620 Erkrankungen in Hongkong, 1.600 insgesamt
- Vierte Person in Kanada gestorben (siehe Kasten rechts!)
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Die lebensgefährliche Lungenentzündung SARS breitet sich in Asien immer weiter aus. Die Behörden von Hongkong zählten 92 neue Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl der Erkrankten allein dort auf mehr als 620. Ein Wohnblock mit mehr als 200 Bewohnern wurde unter Quarantäne gestellt. Teile des öffentlichen Lebens waren weiter lahm gelegt. Wie in Hongkong blieben auch in Singapur die Schulen am Montag geschlossen. In Kanada starb ein vierter Patient an der Krankheit. Damit stieg die Zahl der Todesopfer weltweit auf 59. Insgesamt haben sich mehr als 1.600 Menschen angesteckt.
"Wir prüfen nun alle Möglichkeiten, um festzustellen, ob es (das Virus) über die Luft oder die Wasserversorgung verbreitet wird", sagte eine Regierungssprecherin in Hongkong. Die hohe Zahl der SARS-Fälle in dem Amoy-Gardens-Wohnkomplex hatte zu Befürchtungen geführt, die Krankheit werde eher durch die Luft statt durch eine Tropfeninfektion bei Husten oder Schnupfen übertragen. Gegen die vor einigen Wochen in Südchina ausgebrochene Virus-Erkrankung gibt es bisher kein wirksames Mittel.
Dutzende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde standen in Schutzanzügen vor Block E des Wohnkomplexes und stoppten jeden, der diesen verlassen wollte. Polizisten mit Schutzmasken riegelten den Block ab. Die Bewohner sollten für zehn Tage unter Quarantäne gestellt werden, teilten die Behörden mit. Alle, die Krankheitssymptome wie hohes Fieber, Schüttelfrost und Atemnot zeigten, würden in Krankenhäuser eingewiesen. Während der Quarantäne würden die Bewohner ärztlich untersucht und von der Regierung mit Lebensmitteln versorgt, hieß es weiter.
13 Menschen in Hongkong gestorben
Allerdings hatten bereits zuvor einige der 154 Familien des Wohnkomplexes das Gebäude verlassen. "Diejenigen, die es verlassen haben, müssen Kontakt mit uns aufnehmen", sagte Gesundheitsminister Yeoh Eng Kiong vor Journalisten. "Jede infizierte Person birgt das Potenzial, einen weiteren großen Ausbruch (der Krankheit) wie in Amoy Gardens zu verursachen." 13 Menschen sind bislang allein in Hongkong an SARS gestorben. Die ehemalige britische Kronkolonie ist heute eine chinesische Sonderverwaltungszone.
"Die Krankheit ist ansteckender, als wir annahmen", sagte Singapurs Gesundheitsminister Lim Hng Kiang. In Singapur sind 945 Menschen unter Quarantäne, hunderte mehr wurden aufgefordert zu Hause zu bleiben, da kein Abflauen der Epidemie zu erkennen war. Die Behörden schickten am Montag Krankenschwestern zum Flughafen, um eintreffende Reisende zu untersuchen. Dabei würden sie sich nach einer Liste betroffener Länder richten, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO erstellt worden sei. In Singapur sind drei der 91 Infizierten an SARS gestorben.
Virus hat seinen Ursprung in China
Reisende haben das SARS-Virus in den vergangenen Wochen nach Hongkong, Kanada, Singapur und Vietnam getragen, nachdem es erstmals im Süden Chinas aufgetreten war. Die WHO geht davon aus, dass die Krankheit sich von der chinesischen Provinz Guangdong aus ausgebreitet hat. SARS-Fälle sind seitdem auch in den USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien, Japan und Taiwan aufgetreten. Wegen des Virus wurden die Sicherheitskontrollen an vielen Flughäfen verschärft. Einige Länder sprachen Reisewarnungen für die am schwersten betroffenen Regionen aus. Viele der 1.600 Infizierten haben sich allerdings wieder erholt.
In Kanada starb ein SARS-Patient am Freitag in Toronto, wie der Gesundheitsbeauftragte für die Provinz Ontario am Sonntag mitteilte. Er habe direkten Kontakt mit einem anderen Patienten gehabt. Das Risiko sich mit der neuen Krankheit anzustecken sei sehr gering. Die Behörden unternähmen alles ihnen mögliche, um den Virus einzudämmen. In Ontario gibt es bisher mehr als 100 SARS-Verdachtsfälle. Die Provinz hat den Notstand ausgerufen. Mehrere tausend Menschen befinden sich in Quarantäne, der Zugang zu den Krankenhäusern wurde eingeschränkt.
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