Mittwoch, 2. April 2003

Mord an der eigenen Großmutter in Oberösterreich

  • 76-Jähriger die Kehle durchgeschnitten & in Kopf geschossen
  • Enkel hatte 1,1 Promille Alkohol im Blut

Seine eigene Großmutter ermordete in der Nacht auf Mittwoch ein 18-jähriger Arbeitsloser in Pinsdorf (Bez. Gmunden) in Oberösterreich. Aus "Verzweiflung und Schulden" wollte sich der Bursch das Leben nehmen. "Weil er nicht allein sterben wollte", habe er beschlossen, seine Oma zu töten, so die Sicherheitsdirektion für Oberösterreich. Mit einem Fleischmesser schnitt der 18-Jährige der Frau die Kehle durch, dann schoss er ihr noch mit einem Flobertgewehr in den Kopf.

Bei seiner ersten Einvernahme hatte der Bursch angegeben, seit einer Woche bei seiner Oma zu wohnen. Nun stellte sich heraus, dass er bereits im August des Vorjahres von seiner Mutter aus der Wohnung - ebenfalls im Bezirk Gmunden - geworfen worden und zu seiner Großmutter gezogen war, berichtete Alois Lißl von der Sicherheitsdirektion. Der 18-Jährige sei beschäftigungslos gewesen und habe seine Mutter "finanziell bis zum Letzten ausgenommen". Der Frau habe es dann offensichtlich gereicht, sie schmiss ihren Sohn aus der Wohnung.

Konto der Oma geplündert
Doch der Bursch machte auch vor dem Konto seiner Oma nicht Halt, das er ebenfalls "plünderte", so Lißl. Schließlich verständigte die Bank die 76-Jährige, dass der Kontostand bereits "auf Null" ist. Daraufhin machte die Oma ihrem Enkel klar, dass es "kein Geld mehr gibt". Nachdem nun auch diese Quelle versiegt war, dürfte der 18-Jährige völlig verzweifelt sein und seinen Selbstmord beschlossen haben.

Vergangenen Sonntag verübte der Bursch einen Einbruch in eine Jagdhütte und stahl ein Flobertgewehr und dazugehörige Munition. Dienstagabend ging seine Großmutter gegen 22.00 Uhr zu Bett. Kurz nach Mitternacht wurde sie von ihrem Enkel im Schlaf ermordet. Er hatte 1,1 Promille Alkohol im Blut, so Lißl. Der Jugendliche beschloss, sich nun doch nicht selbst umzubringen, und vertraute sich kurz nach der Tat einem Nachbarn an, der die Gendarmerie verständigte.

Bei seiner Einvernahme war der 18-Jährige voll geständig. Er habe Schulden in der Höhe von etwa 6.000 Euro, die aus "hohen Handyrechnungen und mehreren Verwaltungsstrafen bestanden". Vor rund einem halben Jahr hatte er eine Lehre als Karosseriespengler abgebrochen und war seither ohne Beschäftigung. Gegen den Burschen wurde ein Haftbefehl erlassen, er wurde in die Justizanstalt Wels eingeliefert, teilte Lißl mit.

Entsetzen und Erschütterung herrschte nach dem Mord sowohl in der 3.500-Einwohner-Gemeinde Pinsdorf als auch in jenem Ort, wo die Mutter des Burschen wohnt.

2.4.2003 08:19