Montag, 31. März 2003

Stundenreduktion von der Volksschule bis zur Matura

  • Lob & Kritik - SP fürchtet um 3.500 Lehrerjobs (Kasten rechts)
  • Auf einen Blick: Stundenplan - wo gekürzt wird!

Weniger Schulstunden! Der Entwurf von Bildungsministerin Gehrer sieht weniger Stunden vor. Für den Vorschlag gab es Lob - und Kritik (siehe Kasten rechts). Wie angekündigt wird die Zahl der Pflichtwochenstunden - jeweils über vier Jahre gerechnet - in der Volksschule von 92 auf 90, in der Hauptschule von 127 auf 120, in der AHS-Unterstufe von 126 auf 120 und in der AHS-Oberstufe von 138 auf 130 gesenkt. Nicht betroffen von der Kürzung ist das Fach Leibesübungen. Reduktionen gibt es vor allem bei Geografie, Physik, Biologie, Latein sowie den Wahlpflichtfächern in der AHS-Oberstufe. Plus: Die Übersicht alller Schularten - wo welche Fächer gekürzt werden (Kasten rechts)!

Die einzelnen Schulen können selbst entscheiden, ob sie eine vom Ministerium vorgegebene, sogenannte subsidiäre Stundentafel verwenden, oder Schwerpunkte in bestimmten Fächern setzen und dafür auf autonome Stundentafeln mit Bandbreiten und verpflichtenden Mindeststundenzahlen zurückgreifen. Für die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) gibt es keine vorgegebenen Stundentafeln, sie müssen die Stundenkürzung im Ausmaß von zwei Wochenstunden pro Klasse (bei HTL z.B. bedeutet das eine Reduktion der gesamten Wochenstunden von 195 auf 185) in den Schulgemeinschaftsausschüssen festlegen. Gelingt ihnen das nicht, entscheidet der jeweilige Landesschulrat.

Dass mit der Stundenreduktion - mit Ausnahme der Pflichtschullehrer - Auswirkungen auf die Lehrer-Beschäftigung verbunden sind, wird im Vorblatt des Entwurfs bestätigt. Es werde sich "die Zahl der Mehrdienstleistungen und Nachbesetzungen im Lehrerbereich verringern". Dies bewirkt eine Reduzierung der Kosten von insgesamt 117 Mio. Euro jährlich, heißt es in dem Verordnungsentwurf.

Alle Schultypen reduzieren Stunden
In der Volksschule wird die Zahl der Pflichtwochenstunden über vier Jahre von 92 auf 90 reduziert. Gab es bisher in der 3. und 4. Klasse je eine Wochenstunde Englisch, werden diese nun nicht gesondert angeboten, sondern in den "normalen" Unterricht integriert, "wie sich das schon in der 1. und 2. Klasse bewährt hat", heißt es seitens des Bildungsministeriums. Autonom könnten Schulen Englisch allerdings weiterhin als Fach anbieten. In der Hauptschule verringert sich die Zahl der Pflichtwochenstunden über vier Jahre von 127 auf 120.

In der Unterstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) verringert sich die Zahl der Pflichtwochenstunden von 126 auf 120. Je nach AHS-Zweig hat das in der subsidiären Stundentafel unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Fächer. In der AHS-Oberstufe wird die Zahl der Pflichtwochenstunden von 138 auf 130 reduziert. Reduktionen gibt es auch an den Polytechnischen Schulen, deren Pflichtstunden von 34 auf 32 reduziert werden.

Verordnung soll ab Herbst gelten
Die mehr als 100-seitige "Wochenstundenentlastungs- und Rechtsbereinigungsverordnung 2003" ist bis 25. April in Begutachtung. Sie soll vor dem Sommer erlassen werden und mit Beginn des Schuljahres 2003/04 im Herbst gelten. Als Ziel der Verordnung werden im Vorblatt die "Entlastung der Schülerinnen und Schüler und gleichzeitig Eindämmung der Kostensteigerungen im Personalaufwand" genannt.

Durch eine verpflichtende Mindeststundenzahl für jedes Fach bleibe "wie bisher eine ausgewogene Allgemeinbildung gesichert", betont man im Bildungsministerium. Über diese Grundstundentafel hinaus können schulautonom Schwerpunkte gesetzt werden. Die schulautonomen Stundentafeln und die Expertenentwürfe für die Subsidiärstundentafeln sind auf der Homepage des Bildungsministeriums http://www.bmbwk.gv.at einzusehen.

31.3.2003 14:54