Donnerstag, 27. März 2003

Software aus Wien haucht Handys Leben ein

  • Einstiges Uni-Projekt präsentiert sich auf IT-Workshop in Berlin
  • Mittlerweile für japanischen Konzern NEC tätig

Fast jeder benutzt Geräte wie Handys oder MP3-Player, aber kaum jemand weiß über den technischen Aufwand bescheid, der für Entwicklung und Produktion dieser High-Tech-Produkte notwendig ist. Die Mitarbeiter der in Wien beheimateten Atair Software kennt die Geheimnisse - sie fertigt die Software für Digitale Signalverarbeitungsprozessoren (DSP), die ein unverzichtbarer Bestandteil derartiger Geräte sind. In Berlin hat sich die Firma im Rahmen des Besuches der Wiener Delegation in einem IT-Workshop präsentiert.

"Die Industrie erzeugt ständig neue DSPs, die oft um einige Zehnerpotenzen schneller rechnen können als konventionelle Mikroprozessoren. Aber zunächst sind sie nur ein totes Stück, da braucht es Software dazu, um sie zum Leben zu erwecken", skizzierte Atair-Marketing-Chef Raimund Wagner das Aufgabengebiet des Unternehmens.

Wie extrem spezialisiert dieser Bereich ist, zeigt auch die Zahl der möglichen Kunden. Laut Wagner sind es derzeit rund 20, weltweit wohlgemerkt. In ganz Europa gibt es umgekehrt auch nur ganz wenige Firmen, die das Know-how haben, um derartige "Tools" zu programmieren. Der Aufwand ist auch zeitlich beachtlich: Für die Entwicklung eines chipgroßen DSP samt Programmierung werden bis zu zwei Jahre veranschlagt.

Vom Uni-Projekt zur Firma
Ein derartiger Prozessor hat vor allem die Aufgabe, abgetastete Signale numerisch zu verarbeiten. Er wandelt etwa analoge akustische Signale in digitale um - was die Voraussetzung für die mobile Telekommunikation ist. Aber auch in Radar- und Messgeräten ist diese Technologie zu finden.

Die Firma Atair ist 1987 aus einem Projekt der Technischen Universität Wien hervorgegangen. Der erste Auftrag kam von NEC, einem großen Mobilfunkkonzern aus Japan. Für diesen ist Atair immer noch tätig. Mittlerweile sind in dem Unternehmen 25 Programmierspezialisten beschäftigt.

Weitere Informationen:

  • Atair-Website
  • NEC-Website

    27.3.2003 10:52