Swisscom: Reingewinn auf ein Fünftel eingebrochen
- Abschreibungen für debitel belasten Ergebnis
- Optionen zur Stärkung der Position in Europa in Prüfung
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Entertainmentdienste setzen auf DSL
Bei der Swisscom ist der Reingewinn im vergangenen Jahr von 4,964 Mrd. auf 824 Mio. Franken (560 Mio. Euro) zusammengebrochen. Der größte Schweizer Telekommunikationskonzern macht dafür vorab Sondereffekte verantwortlich. Wie im Vorjahr belaste eine ausserordentliche Wertberichtigung auf dem Goodwill der deutschen Mobilfunktochter debitel in Höhe von 702 (Vorjahr: 1130) Mio. sFr den Reingewinn, heißt es in einer Mitteilung. Swisscom gilt als Interessent für einen Einstieg bei der Telekom Austria.
Trotz einem schwierigen Umfeld sei es Swisscom gelungen, den Umsatz und das Betriebsergebnis (EBIT) zu steigern. Der Umsatz nahm um 2,5 Prozent auf 14,5 Mrd. sFr zu, der EBIT um 7,7 Prozent auf 2,4 Mrd. Franken. Stagniert ist dagegen das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 4,4 Mrd. Franken. Für das laufende Jahr erwartet Swisscom trotz anhaltend schwierigem Umfeld einen EBITDA in der Höhe des Vorjahres.
Weil in der Schweiz durch Regulierungen das Wachstum stark beschränkt sei, prüfe Swisscom laufend Optionen, wie die Position in Europa verstärkt werden könne. "Im Vordergrund stehen grenzüberschreitende Geschäftsmodelle für Teilmärkte mit internationaler Ausprägung", hieß es in der Swisscom-Mitteilung weiter. Die Schweizer gelten als einer der wenigen größeren Telekomkonzerne Europas, die kaum verschuldet sind. Die Nettoverschuldung lag Ende des Vorjahres bei 642 Mio. Franken (436 Mill. Euro), die Eigenkapitalquote bei 43 Prozent. Für das laufende Jahr erwartet Swisscom trotz anhaltend schwierigem Umfeld einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in der Höhe des Vorjahres. Es müsse mit einem anhaltenden Umsatz- und Margendruck gerechnet werden, dem Swisscom mit Kostensenkungsmaßnahmen begegnen will.
Abbau von 1.190 Stellen angekündigt
Im Jänner hatte Swisscom den Abbau von rund 1.190 Vollzeitstellen angekündigt. Davon entfielen unter anderem auf Fixnet rund 200 Stellen, auf Enterprise Solutions rund 380 Stellen und auf Swisscom Systems 470 Stellen. Die Kosten für die 470 Stellen bei Swisscom Systems seien bereits im Abschluss 2002 als Rückstellung erfasst worden. Der Abbau bei Enterprise Solutions werde bis Mitte 2004 vollzogen sein. Bei den übrigen Gesellschaften erfolgt der Abbau im Jahr 2003. Der Aufwand für den geplanten Personalabbau werde 2003 rund 60 Mio CHF betragen.
Swisscom plant die Ausschüttung von 20 Franken, zwölf Franken in Form einer Dividende und acht Franken über eine Nennwertreduktion. Im letzten Jahr hatten die Aktionäre neben einer Bruttodividende von elf Franken weitere 16 Franken über eine Nennwertreduktion und eine Putoption erhalten. Die Dividendenrendite beträgt damit fast fünf Prozent. An der leicht festeren Börse verlor die Swisscom-Aktie im frühen Geschäft 9,50 Franken oder gut zwei Prozent auf 412 Franken.
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