Piraterie: Bei Premiere sehen viele schwarz
- Premiere führt neues Verschlüsselungssystem ein
- Bis zu einer Million Schwarzseher
Der Münchner Pay-TV-Anbieter "Premiere" wechselt sein Verschlüsselungssystem bereits im Herbst dieses Jahres. Das berichtet die Fachzeitschrift "SAT+Kabel" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Entsprechende Pläne will der Sender am Mittwoch bekannt geben. Das aktuelle System gilt unter Experten als technisch unsicher und löcherig. Nach internen Angaben geht "Premiere" derzeit davon aus, dass bis zu einer Million Schwarzseher das Programm illegal empfangen. Der Sender rechnet mit einem durch Piraterie verursachten jährlichen Umsatzausfall von etwa 100 Millionen Euro.
Verschlüsselt wurden die Programme des Anbieters bislang mit dem System "Betacrypt 1" der ehemaligen Kirch-Tochter BetaResearch. Nach Informationen der Zeitschrift wird künftig der Schweizer Anbieter Nagravision das Verschlüsselungssystem zuliefern. Nagravision SA ist eine Tochter der Kudelski-Gruppe. Die Konzernmutter beschäftigt rund 750 Mitarbeiter (Stand: Juni 2001).
Der Wechsel des Verschlüsselungssystems soll für die rund 2,6 Millionen Premiere-Kunden weitgehend unbemerkt vonstatten gehen. Geplant ist, die "d-box" über ein sogenanntes Satelliten-Update mit dem neuen, konkurrierenden System auszustatten. Den Informationen zufolge wird Betaresearch in die Umstellung eingebunden. Premiere-Kunden erhalten in den nächsten Monaten eine neue Karte ("Smartcard") des Anbieters.
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