Donnerstag, 27. März 2003

Gericom: 2003 keine Verbesserung des Marktumfeldes

  • Guter Auftragsstand soll stabile operative Ergebnisse bringen
  • Umsatzsteigerung 2002 auf 544 Mio. Euro

Der börsenotierte Vermarkter von Produkten aus dem Bereich Computer und Kommunikationstechnologie, die Linzer Gericom AG, erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2003 keine wesentliche Verbesserung des Marktumfeldes. Dank des guten Auftragsstandes und des weiterhin guten Eingangs an Neuaufträgen rechnet Gericom-Vorstandsvorsitzender Hermann Oberlehner aber mit einer Umsatzsteigerung um 15 Prozent und stabilen operativen Ergebnissen. Der Schwerpunkt werde auf der Fortsetzung des europäischen Expansionskurses liegen, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Den Gericom-Aktionären soll eine erhöhte Dividende von 80 (65) Cent je Aktie ausbezahlt werden.

Der Auftragsstand per Jahresende 2002 belief sich auf 53,1 (12,9) Mio. Euro und lag damit vier Mal so hoch wie im Jahr davor. Trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte die vornehmlich auf die Vermarktung von Notebooks spezialisierte Gericom 2002 den Umsatz leicht auf 544 (2001: 540) Mio. Euro steigern. Der Verkauf von Notebooks trug mit 445 Mio. Euro mit 84 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Neben der schlechten Konjunktur habe der verschärfte Wettbewerb auf die Margen gedrückt, hieß es.

Gleichzeitig seien höhere Aufwändungen für die Mitarbeiter und den Vertrieb notwendig gewesen, so dass Betriebsergebnis und Ergebnis vor Steuern jeweils um mehr als 10 Prozent auf 23,8 (26,5) bzw. 24,1 (26,9) Mio. Euro absackten. Auf Grund der zunehmenden Verlagerung der Wertschöpfungskette nach China und Taiwan konnte der Jahresüberschuss dennoch auf 18,6 (18,4) Mio. Euro gesteigert werden. Der Gewinn je Aktie stieg auf 1,71 (1,69) Euro.

Cash-Flow deutlich gesunken
Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit brach aber um knapp 90 Prozent auf 1,2 (12,1) Mio. Euro ein, hauptsächlich wegen der Verminderung des Nettoumlaufvermögen im Ausmaß von 20,7 Mio. Euro. Die liquiden Mittel verringerten sich um 17 Prozent auf 34,9 (41,9) Mio. Euro. Die Investitionen wurden 2002 um 55 Prozent auf 1,3 (2,8) Mio. Euro zurückgefahren. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 37 (35,4) Prozent. Im Jahresdurchschnitt wurden 299 (269) Mitarbeiter beschäftigt.

Gericom vermarktet ausschließlich Produkte und Vorprodukte aus dem Bereich der Computer- und Kommunikationstechnologie, wie Notebooks, LCD-PCs, TFT-Monitore und Geräten rund um das Web. 2002 konnten laut den Angaben in Frankreich, Italien und Spanien beträchtliche Marktanteile dazu gewonnen werden. In Deutschland konnten mehr als 210.000 von insgesamt 374.000 Notebooks verkauft und die Marktführerschaft im Privatkundenbereich verteidigt werden, was einem Marktanteil von 10,7 Prozent entsprach.

Deutschland ist wichtigstes Abnehmerland
Deutschland blieb damit das wichtigste Abnehmerland, die größten Zuwachsraten werden aber in Westeuropa erzielt. "Wir profitieren von der Expansion unserer Vertriebspartner", so Oberlehner. Darüber hinaus habe man in fünf europäischen Ländern neue Partner dazu gewinnen können, etwa die größte spanische Kaufhauskette.

Die Gericom-Aktie verlor 2002 mehr als 67 Prozent an Wert und folgte damit dem Trend des Neuen Marktes. Die Marktkapitalisierung sank per Jahresende (Kursbasis: 10,10 Euro) auf 110 (335) Mio. Euro.

Weitere Informationen:

  • Gericom-Website

    27.3.2003 15:30