Heimische Technik beim Irak-Krieg im Einsatz
- Österreichische Satellitentechnologie für US-Armee im Irak
- Unternehmen stattet auch Nachrichtensender Al Jazeera aus
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Satellitentechnologie aus Österreich kommt zum Einsatz, wenn herkömmliche Kommunikationskanäle nicht mehr funktionieren: Bei Umweltkatastrophen, in entlegenen Gebieten dieser Erde oder auf Kriegsschauplätzen wie beispielsweise zur Zeit im Irak. Gefertigt werden die Kommunikationsgeräte - mobile Video-Kommunikationseinheiten, die nur rund zwölf Kilogramm schwer sind - in Grambach bei Graz. Zu den Abnehmern zählt neben dem US-Militär die deutsche Bundeswehr sowie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera.
"Ziel unserer Geräte ist es, die Kommunikation in abgelegenen und kritischen Gebieten mittels Live-Video-Verbindung und der Möglichkeit der Videoaufzeichnung aufrecht zu halten", so Kurt Kerschat, Vorstandsdirektor des Technologieunternehmens Scotty Tele-Transport-Corporation. "Den amerikanischen Regierungsbereich beliefern wir seit gut zwei Jahren und sind dort auch mit einem Büro in Atlanta vertreten", so der Chef Executive Officer.
Systeme schon vor Terroranschlägen bestellt
Rund 20 Geräte seien bisher an das US-Militär geliefert worden, die jetzt auch im Irak-Krieg zum Einsatz kommen, hieß es. Die Geräte finden aber auch bei Katastrophenschutzeinheiten in aller Welt Verwendung. Seit 2001 verfügt auch der arabische Nachrichtensender Al Jazeera über das Equipment aus Österreich. "Bestellt wurden die Systeme allerdings schon lange vor den Terroranschlägen am 9. September 2001", betonte Kerschat.
Das gesamte System besteht aus einem Laptop mit Internet und Fax-Anschluss samt Videokamera und faltbarer Satellitenschüssel, untergebracht in einem robusten Koffer, erläutert Kerschat. "So kann das System überall hin mitgenommen werden". Zum Senden und Empfangen der Informationen stehen zwei Kanäle mit jeweils 128 Kb pro Sekunde zur Verfügung. Die Übertragung selbst erfolgt über Inmarsat-Satelliten.
Nachfolger des Austromir-Projekts
Die Standardversion des Systems kostet rund 22.000 Euro. Rund 500 Satellitensysteme werden jährlich in Grambach produziert. "Wir geben einzelne Komponenten des Systems in Betrieben im Großraum Graz in Auftrag. Das gesamte System wird aber in Grambach selbst schlussassembliert", so der Vorstandsdirektor.
Die Entwicklungsgeschichte der weltweit gefragten Geräte hat seinen Ursprung im Austromir-Projekt im Jahr 1991. "Damals wurde das Vorgängersystem der aktuellen Modelle zur Videokommunikation vom russischen Raumfahrtzentrum nach Österreich verwendet", schildert Kerschat.
1994 wurde in Grambach die Firma Scotty gegründet. Neben militärischen Institutionen wie die US-Armee beliefert das 60-Mitarbeiter-Unternehmen auch die deutsche Bundeswehr, die in den letzten Jahren rund 100 Geräte angekauft hat.
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