Bertelsmann trennt sich von "Netzeitung"
- Chefredakteur Maier einer der neuen Eigentümer
Der Medienkonzern Bertelsmann hat sich von der im Internet erscheinenden "Netzeitung" getrennt. Wie das Online-Magazin auf seiner Website mitteilte, übernahm die Netzeitung Beteiligungs GmbH rückwirkend zum 1. März die Anteile des Gütersloher Konzerns.
Neue Eigentümer seien damit Chefredakteur Michael Maier sowie der Geschäftsführer der Brunomedia GmbH, Ralf-Dieter Brunowsky. Über den Kaufpreis für das im Jahr 2000 gegründete Internet-Angebot verlautete zunächst nichts. Maier, ehemals Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" und in der Folge der "Berliner Zeitung" und des "Stern", leitete die Netzeitung von ihrem Beginn im November 2000 an.
Kaufvertrag am Freitag unterzeichnet
Ein entsprechender Kaufvertrag sei am Freitag von Bertelsmann-Vorstandsmitglied Arnold Bahlmann unterzeichnet worden, teilte die "Netzeitung" weiter mit. Bahlmann ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer, zu der die "Netzeitung" seit Juli 2002 nach der Übernahme von Lycos Europe gehörte. Lycos Europe, hauptsächlich bekannt durch Suchmaschine und Internetportal, ist ein JointVenture der spanischen Terra Lycos und der Bertelsmann AG.
Nachrichtenbereich: Internet gewinnt an Bedeutung
Die neuen Eigentümer Maier und Brunowsky sähen "in der selbstständigen publizistischen Ausrichtung die beste Basis für die Weiterentwicklung der Netzeitung", hieß es in der Mitteilung weiter. Die Mediennutzung in der aktuellen politischen Lage zeige, welche Bedeutung das Internet im Nachrichtenbereich gewonnen hat. Im Umfeld zahlreicher neuer Anbieter, die nicht unmittelbar aus dem Medienbereich kämen, erhalte "das Profil der 'Netzeitung' als unabhängiges und kritisches Presseerzeugnis besondere Bedeutung".
